Ihr Vertriebsgebiet reicht von Koblenz bis Krefeld, von
Bielefeld bis Osnabrück. Das
bedeutet vor allem, dass ein Großteil ihrer Arbeit aus Reisetätigkeiten
besteht. Die Zeit im Auto nutzt die 31-Jährige, um Termine abzusprechen,
Kundenfragen zu klären oder Bestellungen anzunehmen und durchzugeben. Besonders
wichtig ist natürlich die Zeit, die sie bei ihren Kunden, den Ärzten und der
Assistenz verbringt.
Zu ihren Hauptaufgaben gehören Hospitationen (Untersuchungsbegleitungen),
in denen der Kunde die Möglichkeit hat, Produkte zu testen,
Produktdemonstrationen, Angebotserstellungen, Schulungen von
einweisungspflichtigen Produkten und Neukundenakquisition.„Bei einem
Erstbesuch ist es wichtig, herauszufinden wer in der Praxis das „Sagen“
bezüglich der Kaufentscheidung hat, häufig sind es nicht die Ärzte allein,
sondern häufig ist die Assistenz der Schlüssel zum „Entrée.“
Als sich Juliane Pietsch 2001 nach ihrer Ausbildung zur
Orthopädietechnikerin entschloss, Medizintechnik an der Hochschule Bremerhaven
zu studieren, wollte sie ursprünglich im Bereich der Endoprothetik tätig
werden. Dann entschied sie sich aber in ein Traineeprogramm im Vertrieb bei
Olympus einzusteigen: „Auch wenn der Vertrieb manchmal hart und mühselig ist,
macht es Spaß, sich den täglichen Herausforderungen zu stellen und Erfolge zu
sammeln. Für mich ist es wichtig beim Kunden nicht nur eine „Verkäuferin von
Vielen“ zu sein, sondern eine Verkäuferin auf partnerschaftlicher Ebene. Im Außendienst
fühle ich mich als ein Vermittler für beide Seiten, zwischen dem Kunden vor Ort
und dem eigenen Unternehmen.“
Ihr gefällt außerdem das Gefühl, ihre eigene
Chefin zu sein, sich selbst zu organisieren und sehr frei in ihrer Planung zu
sein. Zudem findet sie es wichtig findet, sich mit Kolleginnen und Kollegen
austauschen zu können. „Schließlich laufen ja nicht alle Tage gleich gut ab.
Dann muss man sich eben auch wieder motivieren und sich auch mal Rückendeckung
aus dem Kollegenkreis holen können.“
Gern gesehen für die Arbeit als Vertriebsingenieur sind
Wirtschaftsingenieure, die schon durch ihre Ausbildung kaufmännisches Wissen
mitbringen. Möglich ist es natürlich auch, sich allmählich durch
“Training-on-the-job” in das Aufgabenfeld hineinzuwachsen und sich durch
interne und externe Fortbildungen einzuarbeiten.
Juliane Pietsch betrachtet ihr Medizintechnik-Diplom als eine gute Voraussetzung für den Einstieg in ihrem Bereich: „Somit kann ich mich auf Augenhöhe mit meinen Kunden unterhalten und meine Kompetenz wird nicht infrage gestellt.“ Im Rahmen des Traineeprogramms bei Olympus wurde Juliane Pietsch dann gezielt auf die Arbeit im Außendienst vorbereitet.
Ingenieure können im Vertrieb sehr gut verdienen. Es liegt vor allem auch am eigenen Einsatz, da ein Großteil des Gehalts als erfolgsabhängiger Bestandteil gezahlt wird Dafür sind aber auch die Anforderungen sehr hoch. Laut VDI-Gehaltsstudie von 2004 können Vertriebsingenieure bereits ein Einstiegsgehalt von bis zu 48.000 Euro erreichen. Später kann das Gehalt bis über 100.000 Euro steigen
Vertrieb für Medizinprodukte