Vertrieb für Medizinprodukte

Abwechslung, Flexibilität, Freiheit, Selbständigkeit, Verantwortung - all das zeichnet den Beruf eines Außendienstmitarbeiters im Vertrieb aus. Im Gegenzug bedeutet dies vor allem, dass man als Ingenieur im Vertrieb eine hohe Eigenmotivation, Selbstbewusstsein, Verhandlungsgeschick und Frustrationstoleranz mitbringen sollte. Juliane Pietsch, die bei Olympus Medical Systems ein eigenes Vertriebsgebiet betreut, berichtet hier von ihrem Alltag.

Von Ute Blindert.
„In meinem Job muss man vor allem auf Menschen zugehen können. Wer schüchtern ist, wird sich schnell unwohl fühlen.“ Juliane Pietsch arbeitet im Vertriebsaußendienst bei Olympus Medical Systems als Area-Managerin. Als Diplom-Ingenieurin für Medizintechnik betreut sie in ihrem Gebiet niedergelassene Ärzte und berät sie bei der Produktauswahl. Ihr Fachgebiet sind spezielle Instrumente, die durch die Endoskope geschoben werden, wie z. B. Biopsiezangen zur Probenentnahme, Polypektomie-Schlingen zur Polypabtragung oder Hämaostase-Clips für die Blutstillung.

Ihr Vertriebsgebiet reicht von Koblenz bis Krefeld, von Bielefeld bis Osnabrück. Das bedeutet vor allem, dass ein Großteil ihrer Arbeit aus Reisetätigkeiten besteht. Die Zeit im Auto nutzt die 31-Jährige, um Termine abzusprechen, Kundenfragen zu klären oder Bestellungen anzunehmen und durchzugeben. Besonders wichtig ist natürlich die Zeit, die sie bei ihren Kunden, den Ärzten und der Assistenz verbringt.

Zu ihren Hauptaufgaben gehören Hospitationen (Untersuchungsbegleitungen), in denen der Kunde die Möglichkeit hat, Produkte zu testen, Produktdemonstrationen, Angebotserstellungen, Schulungen von einweisungspflichtigen Produkten und Neukundenakquisition.„Bei einem Erstbesuch ist es wichtig, herauszufinden wer in der Praxis das „Sagen“ bezüglich der Kaufentscheidung hat, häufig sind es nicht die Ärzte allein, sondern häufig ist die Assistenz der Schlüssel zum „Entrée.“

Als sich Juliane Pietsch 2001 nach ihrer Ausbildung zur Orthopädietechnikerin entschloss, Medizintechnik an der Hochschule Bremerhaven zu studieren, wollte sie ursprünglich im Bereich der Endoprothetik tätig werden. Dann entschied sie sich aber in ein Traineeprogramm im Vertrieb bei Olympus einzusteigen: „Auch wenn der Vertrieb manchmal hart und mühselig ist, macht es Spaß, sich den täglichen Herausforderungen zu stellen und Erfolge zu sammeln. Für mich ist es wichtig beim Kunden nicht nur eine „Verkäuferin von Vielen“ zu sein, sondern eine Verkäuferin auf partnerschaftlicher Ebene. Im Außendienst fühle ich mich als ein Vermittler für beide Seiten, zwischen dem Kunden vor Ort und dem eigenen Unternehmen.“

Ihr gefällt außerdem das Gefühl, ihre eigene Chefin zu sein, sich selbst zu organisieren und sehr frei in ihrer Planung zu sein. Zudem findet sie es wichtig findet, sich mit Kolleginnen und Kollegen austauschen zu können. „Schließlich laufen ja nicht alle Tage gleich gut ab. Dann muss man sich eben auch wieder motivieren und sich auch mal Rückendeckung aus dem Kollegenkreis holen können.“

Gern gesehen für die Arbeit als Vertriebsingenieur sind Wirtschaftsingenieure, die schon durch ihre Ausbildung kaufmännisches Wissen mitbringen. Möglich ist es natürlich auch, sich allmählich durch “Training-on-the-job” in das Aufgabenfeld hineinzuwachsen und sich durch interne und externe Fortbildungen einzuarbeiten.

Juliane Pietsch betrachtet ihr Medizintechnik-Diplom als eine gute Voraussetzung für den Einstieg in ihrem Bereich: „Somit kann ich mich auf Augenhöhe mit meinen Kunden unterhalten und meine Kompetenz wird nicht infrage gestellt.“ Im Rahmen des Traineeprogramms bei Olympus wurde Juliane Pietsch dann gezielt auf die Arbeit im Außendienst vorbereitet.

Ingenieure können im Vertrieb sehr gut verdienen. Es liegt vor allem auch am eigenen Einsatz, da ein Großteil des Gehalts als erfolgsabhängiger Bestandteil gezahlt wird Dafür sind aber auch die Anforderungen sehr hoch. Laut VDI-Gehaltsstudie von 2004 können Vertriebsingenieure bereits ein Einstiegsgehalt von bis zu 48.000 Euro erreichen. Später kann das Gehalt bis über 100.000 Euro steigen


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