Traumjobs: Heavy Duty - Nutzfahrzeuge
Wie werden Nutzfahrzeuge noch sicherer, wirtschaftlicher und umweltfreundlicher? Hersteller und Zulieferer präsentieren Lkw, Busse und Lieferwagen mit Hybridantrieben, Erdgasmodelle und eine neue Generation von Motoren, die extrem wenig Schadstoffe in die Luft blasen.
Außerdem tragen elektronische Assistenzsysteme zur Sicherheit der Trucks bei, die vor Auffahr- und Schleuderunfällen schützen und im Fall der Fälle Notbremsungen auslösen. Allesamt hochinteressante Themen - aber nur ein kleiner Teil des großen Aufgabenspektrums für Ingenieure.
Von Manuela Keil
„MAN Nutzfahrzeuge beschäftigt weltweit
36.000 Mitarbeiter. In München arbeiten rund 7.000 Beschäftigte, etwa 1.000
davon sind Ingenieure. Diese sind durchgängig von der Idee, Konzeption,
Vorentwicklung, Entwicklung, Konstruktion, Versuch, Produktion, Logistik,
Montage, Qualitätskontrolle, Vertrieb, Wartung und im Service eingesetzt“,
fasst Jan-Erik Beerstecher zusammen, Projektleiter Personalrecruiting bei MAN
Nutzfahrzeuge. Der gesamte Lkw wird mit allen Komponenten im Hause MAN entwickelt: Motoren, Achsen, Abgassystem, Klimatisierung sowie für die Kabine das Interieur. Maschinenbauingenieure konstruieren die Achsen, die in großen hydraulischen Anlagen unter großer Druckbelastung dauergetestet werden. Versuchsingenieure führen lange Testreihen durch sowie Einzeltests am Labor-Truck.
Die Motoren für alle MAN-Lkw und Busse werden im Werk Nürnberg entwickelt und gefertigt. Die Fahrerhäuser und angetriebenen Achsen entstehen in München. Auf dem Montageband in München werden dann die Achsen, Motor und Fahrerhaus mit dem Fahrgestell vereint und es entsteht der fertige Lkw. Zum Beispiel die Sattelzugmaschine TGX 18.440, mit 7.300 Kilogramm Leergewicht und 440 PS.
„Heute steckt überall im Lkw Elektronik drin.
In der Motorsteuerung, im Lenkrad, in den Bremsen, im Auspuff und sogar in den
Reifen für die Temperatur- und Druckmessung“, sagt Entwicklungsingenieur Jürgen
Merz. „Kein Fahrzeug kommt mehr ohne Sensoren, Steuergeräte und elektronische
Anzeigen aus.“ Der Nachrichtentechniker, der seit 1990 bei MAN in München
arbeitet, ist Gruppenleiter einer Abteilung von acht Mitarbeitern, die die
Hardware entwickelt. Insgesamt besteht bei MAN der Zentralbereich
Elektronikentwicklung für schwere Lkw ab 18 Tonnen - mit zwei bis vier Achsen -
aus 80 Mitarbeitern.
Die Ingenieure kommen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten: Viele Elektrotechnik-Ingenieure sind darunter, aber auch Energietechniker und Informatiker. Da die wuchtigen Fahrzeuge mit ihren langen Aufliegern auf Autobahnen, und kurvigen Landstraßen sicher sein müssen, spielen ABS, ESP und ein elektronisches Bremssystem eine wichtige Rolle. Weil eine normale Bremse im Lkw diese Funktionen nicht bieten kann, gibt es bereits seit 2000 ein elektronisch gesteuertes Bremssystem, das jetzt auch in Pkw auf den Markt kommt. Merz: „Jedes Rad wird beim Lkw elektronisch überwacht.“
