Vielfältige Möglichkeiten
Momentan gestaltet sich der Arbeitsmarkt für Ingenieursabsolventen als schwieriger als noch vor einem Jahr. Selbst gesunde Unternehmen werden im Moment vom Exportrückgang stark getroffen. Im Spitzenjahr 2008 sah das noch ganz anders aus. Je nach Auftragslage und Projektstand werden unterschiedlich viele Mitarbeiter benötigt. Um diese Unterschiede am Arbeitsaufkommen abzufedern, arbeiten viele Unternehmen heute mit Ingenieurdienstleistern zusammen.
Deren Mitarbeiter – Ingenieure aller Fachrichtungen – konstruieren, entwickeln oder fertigen entweder beim Kunden vor Ort oder in eigenen Konstruktionszentren, die oft in der Nähe der Kunden angesiedelt sind.
Spannende Projektvielfalt
Dabei betreuen die Dienstleistungsunternehmen ganze Projekte oder Teilprojekte aus den unterschiedlichsten Branchen. Für deren Arbeitskräfte bedeutet das viel Abwechslung im Laufe ihres Berufslebens: Nach einem Projekt in der Automobilindustrie, kann es zu einem Unternehmen der Luft- und Raumfahrt, zum Anlagen- oder Maschinenbauer gehen.
Die Länge der Projekte variiert dabei erheblich. In der Regel bleiben die „ausgeliehenen“ Mitarbeiter ein Jahr vor Ort, aber auch Stationen von bis zu vier Jahren sind üblich.
Manchmal gefällt deren Arbeit dem Kunden so gut, dass diese abgeworben werden. Ferchau-Chef Frank Ferchau empfindet das als Kompliment: „Wir sehen das als Kompliment für unseren Auswahlprozess und unsere Mitarbeiter. Andererseits ist es aber auch ein Ansporn für uns, unsere Mitarbeiter möglichst lange zu halten. Und da ist der Kunde doch manchmal überrascht, wenn ein Mitarbeiter sagt: „Bei euch gefällt es mir gut, aber bei Ferchau ist es auch sehr schön!“
Abgrenzung zu schwarzen Schafen
Da die klassische Arbeitnehmerüberlassung, sprich die Zeitarbeit, immer noch einen schlechten Ruf hat, ist es der Branche wichtig, sich von „schwarzen Schafen“ abzugrenzen. Unbefristete Arbeitsverträge und tarifliche Bezahlung sind Standard und auf Weiterbildung legen sie sehr viel Wert, um ihre Mitarbeiter möglichst flexibel einsetzen zu können.
Trenkwalder Engineering mit Sitz in Schwäbisch Gmünd nennt das Konzept „aktive Karrierebegleitung“. Dabei arbeiten Einsteiger und Personalreferent gemeinsam die beruflichen Ziele heraus und planen anhand dessen den weiteren Karriereweg mit Projekteinsätzen und Weiterbildungen.
Auch bei Ferchau Engineering werden die Mitarbeiter ständig weiterentwickelt, zum Beispiel an der firmeneigenen Akademie, die neben fachlichen Weiterbildungsmöglichkeiten Sprachschulungen, Führungsseminare und Seminare zu Finanzthemen anbietet. Weitere Aktionen wie der Ferchau Soccer-Cup, bei dem der Chef selbst mitspielte (und in der 2. Runde ausschied), fördern den Zusammenhalt und die Motivation der Mitarbeiter.
Abwechslung bei den Projekteinsätzen, eine hohe Lernkurve und gute Kontakte fürs berufliche Netzwerk sind wichtige Aspekte für den Berufsstart. Doch wie sieht es mit den Aufstiegschancen aus? In der Regel startet man als Projektmitarbeiter. Dann kann man bis zum Projektleiter und schließlich Projektmanager aufsteigen. Auch Einsätze als Interimsmanager bieten sich nach mehreren Jahren Berufserfahrung und den Umgang mit unterschiedlichsten Unternehmenskulturen an.
Wer allerdings richtig aufsteigen will, sollte nach zirka drei Jahren über einen Wechsel nachdenken. Konzerne wie ThyssenKrupp oder global aufgestellte mittelständische Unternehmen wie die Schaeffler Gruppe bieten mehr Aufstiegschancen – und damit auch Verdienstmöglichkeiten. Denn bei den Gehältern können die Dienstleistungsunternehmen nicht mithalten, an die 35.000 Euro inklusive aller Zulagen sind zu Beginn drin. Damit liegt das Einstiegsgehalt am unteren Ende der Skala für Ingenieure.
Ingenieure bei Zeitarbeitsfirmen
|
Unteres Quartil |
Median |
Oberes Quartil |
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33.900 |
36.700 |
40.234 |
Quelle: personalmarkt.de
Wer allerdings neugierig ist auf unterschiedlichste Projekte und
Unternehmen, gern lernt und erst mal vielfältige Kontakte knüpfen möchte,
sollte sich davon nicht abschrecken lassen.




