Für dieses passgenaue Zusammenwirken steht das Traditionsunternehmen BPW Bergische Achsen KG, Europas führender Hersteller von Achsen und Fahrwerksystemen für Anhänger und Auflieger, die 2007 insgesamt 475.500 LKW-Anhänger-Achsen und Module produzierte und in ihrem über 100jährigen Firmenbestehen mehr als 12 Millionen Achsen verkaufte.
Aber wie hängen
eigentlich die Achsen der riesigen Auflieger mit der Bremse zusammen und wer
kümmert sich darum?
Jens Perchalla ist bei BPW im Brems en versuch tätig. Er prüft die Bremsfunktion und Bremsperformance an allen Bauteilen die an der Achse zum Thema Bremse verbaut werden. Getestet wird in Wiehl bei Köln u.a. an zwei großen Schwungmassenprüfständen , an denen verschiedene Programme gefahren werden. Die Bremsen werden vor allem auf ihre Tauglichkeit geprüft, wobei es hauptsächlich auf die Achslasten ankommt. Die Achslasten betragen bis zu 20 Tonnen. Standardauflieger haben drei Achsen zu jeweils 9 Tonnen.
Perchalla arbeitet seit drei Jahren bei BPW im Entwicklungsservice als Versuchsingenieur. Der 30-Jährige ist gelernter Industriemechaniker und hat nach seinem Fachabitur Maschinenbau im Bereich Konstruktion an der Fachhochschule Gummersbach studiert. „Ich habe bereits während meines Studiums ein Praxissemester bei BPW gemacht und auch hier meine Diplomarbeit über die Entladung einer Presse geschrieben.“ Titel: Untersuchung der Wirtschaftlichkeit verschiedener Konzepte zur Entladung einer schnelllaufenden Presse. Eine konstruktive und zugleich fertigungstechnische Aufgabe.
Zum
Arbeitsspektrum des Ingenieurs Perchalla gehören viele verschiedene Aufgaben.
Perchalla plant und organisiert die Belegung der Prüfstände sowie die Abläufe
und den Einsatz der Mitarbeiter.
Die großen Prüfstände laufen 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr. Perchalla ist außerdem für die Prüfungsvorbereitung und die Beschaffung des Materials zuständig, dass die richtigen Bremsbaugruppen in die Achsen kommen und rechtzeitig für die Prüfungen zur Verfügung stehen . Aber Perchalla muss auch jeweils die Prüfteile und deren Zustand nach der tagelangen Prüfung bewerten.
„Die einzelnen Bauteile der Bremse müssen auch dann noch funktionieren
und dürfen nicht beschädigt sein.“
Bei der Beurteilung ist viel
Sachverstand gefragt, denn ein Laie sieht die Unterschiede nicht. In Zweifelsfällen
wird ein erfahrener Ingenieur bei der Bewertung der Teile hinzugezogen, denn es
geht immer um die absolute Tauglichkeit und Sicherheit der Bauteile.
Frisch von der Uni kann ein Ingenieur diese Erfahrung noch nicht haben, sagt Perchalla. Geholfen habe ihm die längere Einarbeitungsphase bei BPW, bei der er auch alle Abteilungen durchlief sowie seine technische Ausbildung zum Industriemechaniker. „Die Erfahrung kommt mit der Zeit, aber nicht jede Prüfung wird häufig wiederholt. Manche laufen bei uns nur einmal im Jahr. Man lernt also nie aus.“ Bevor der Abschlussbericht verfasst werden kann, werden die Ergebnisse der Prüfung ausgewertet und die Messdaten, die der Prüfstand liefert, am PC grafisch dargestellt. Auch dies gehört zu Perchallas Aufgaben.
Der Ingenieur Perchalla schätzt die Vielseitigkeit seiner Arbeit, zu der auch das Entwickeln neuer Prüfstände gehört. Der Kontakt zu den Kollegen und zur Konstruktion sei eng, vor allem wenn Serienbauteile optimiert oder neue Prüfungen entwickelt werden müssen. „Teamarbeit ist bei uns ganz wichtig“, sagt der 30-Jährige.
Was empfiehlt der Leiter des Entwicklungsservice / Versuch, Bernd Rhein Hochschulabsolventen für ihre Karriere bei BPW?
„Das Interesse am Produkt Anhängerfahrwerk mit seinen Besonderheiten, durch die es sich von den LKW-oder PKW-Ausführungen unterscheidet, ist ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg. Nur wer sich in die Kundenbedürfnisse hineindenkt, kann verstehen, warum das Fahrwerk heute gerade so aussieht und kann mitgestalten, wie es sich morgen darstellen wird - in Entwicklung, Konstruktion, Fertigung, Versuch oder Vertrieb.“
Im Porträt: Versuchsingenieur Jens Perchalla von BPW