Im Interview: Verena Schechner, BCG
Bild: Privat

Im Interview: Verena Schechner, BCG

Verena Schechner studierte Maschinenwesen an der TU München, der Ecole Central de Nantes in Frankreich und an der University of British Columbia in Kanada. Im August 2007 stieg sie als Beraterin bei BCG in München an.

Von Ute Blindert.

Was hat Sie als Ingenieurin an einem Einstieg bei einer Unternehmensberatung gereizt? Und was speziell an BCG?

Während des Studiums absolvierte ich zunächst mehrere technische Praktika, etwa in der Logistikplanung eines Luft- und Raumfahrtkonzerns. Im Rahmen des Förderprogramms "Manage&More" an der TU München beriet ich zum ersten Mal ein Unternehmen: Im Auftrag eines Automobilherstellers entwickelte ich gemeinsam mit Studienkollegen ein Kozept zur Optimierung von Karosseriebauteilen. Anschließend stand mein Entschluss fest, mich nach dem Studium bei einer Unternehmensberatung zu bewerben.

BCG war als einer der Marktführer unter den Managementberatungen natürlich sehr interessant, auch das internationale Arbeitsumfeld reizte mich. Den Ausschlag gaben aber die Berichte von ehemaligen Studienkollegen, die begeistert von ihren Erfahrungen bei BCG erzählten.

Wie sah Ihr Einstieg dann konkret aus?

Nach der schriftlichen Bewerbung wurde ich zu persönlichen Gesprächen eingeladen, bei denen ich kleine Fallstudien bearbeiten musste. Ich sollte zum Beispiel überlegen, nach welchen Kriterien man den Preis für eine Immobilie festlegen könnte oder wie eine Firma ihre Telefonkosten senken könnte. Dabei kam es nicht auf betriebswirtschaftliches Fachwissen an, sondern darauf, dass ich die Fragen logisch durchdacht anging. Nach meinem Einstieg bei BCG nahm ich zunächst an einem mehrwöchigen Training teil, im Anschluss arbeitete ich sofort an Kundenprojekten mit.

Einer meiner ersten Fälle war eine Kaufprüfung für ein internationales Konglomerat. Der Kunde wollte einen Rohstoffproduzenten kaufen – und wir sollten prüfen, ob dieses Unternehmen zu unserem Kunden passen würde. Zu meinen Aufgaben gehörte unter anderem die Marktanalyse, ich ermittelte also beispielsweise, wie sich die Absatzzahlen des Rohstoffproduzenten in den nächsten Jahren voraussichtlich enwickeln würden. Außerdem sammelte ich Informationen über die Wettbewerber, deren Produktportfolio, Märkte und zukünftige Entwicklung.

Inwieweit können Sie Ihr Studium und Ihre Qualifikationen als Ingenieurin in der Beratung einsetzen?

Als Ingenieurin fällt es mir zum Beispiel leicht, komplexe Sachverhalte auf ein einfaches Niveau herunterbrechen: Schließlich müssen auch bei einem technischen Produkt wie einem Auto zunächst die Einzelteile hergestellt werden, um daraus zum Schluss das Fahrzeug zu montieren.


Gern genommen: Techniker als Consultants

Grundsätzlich sind die Einstiegschancen bei Unternehmensberatungen für Absolventen technischer Fachrichtungen gut. Ingenieure bringen neben technischer Expertise vor allem analytische Fähigkeiten mit. Da Beratungen ihre Projekte gern von verschiedenen Blickwinkeln betrachten, werden neben Wirtschaftswissenschaftlern auch Naturwissen- und Geisteswissenschaftler gesucht – und eben Ingenieure.

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