Eingeladen zu dem Campus-Symposiums „Future meets Competence – Unternehmenserfolg im 21. Jahrhundert“ wurden Referenten aus Wirtschaft und Politik. Als Höhepunkt zum Abschluss des Symposiums sprach am Freitag Nachmittag Kofi Annan, ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen, zum Thema „Political Leadership“. Weitere Redner waren Doktor Uwe Franke, CEO von BP Deutschland, Professor Jürgen Hubbert, Ex-Vorstand der DaimlerChrysler AG, und Bodo Hombach von der WAZ Mediengruppe.
Das
Symposium wird von Studierenden der BiTS (Business and Information
Technology School) im sauerländischen Iserlohn organisiert: Sie
suchen Sponsoren, verschicken Einladungen, treten mit potenziellen
Referenten in Kontakt, checken Sicherheitsfragen und arbeiten dabei
auch noch kostendeckend. Damit das gewährleistet bleibt, auch
wenn alle vom Team ehrenamtlich arbeiten, lassen sich die Studenten
einiges einfallen:
So wird zum Beispiel die Zeltstadt auf dem
Parkplatz der BiTS einfach „recycelt“ und für weitere
Veranstaltungen genutzt, denn „das Teure an den Zelten ist nicht
die Miete, sondern der Auf- und Abbau“, erklärt Marcel Walde
vom Organisationsteam.
Eine Idee von Studenten
Das erste Campus-Symposium im Jahr 2005 ging auf die Initiative von Matthias Thelen und ein paar anderen Studenten der BiTS zurück. Thelen, der bereits in seiner Oberstufenzeit Erfahrungen als Partyveranstalter gesammelt hatte, begleitete auch in diesem Jahr das Campus Symposium mit. Auch wenn es ihn nach seinem Studium an der BiTS gereizt hätte, ganz in dem Eventbereich einzusteigen (“Er ist der geborene Event-Manager”, beschreibt ihn ein Mitglied des Teams.), entschloss sich der 27-Jährige zunächst dazu, das Thema theoretisch anzugehen und eine Promotion zum Thema “Effizienzmessung von Veranstaltungen” zu beginnen.
Das erste Campus Symposium, an das sich Thelen und seine Mitstreiter wagten, startete zunächst mit einem Veranstaltungstag. 2006 waren es bereits zwei. Außerdem gelang es den Studierenden, ganz international zu werden und Ex-Präsidenten Bill Clinton als Referenten zu gewinnen.
Paralleles Recruiting-Event
Auch Marcel Walde konnte in diesem Jahr viel Erfahrung in der Event-Organisation sammeln. Als einer von zehn Studierenden hatte er sich für den Posten des Verantwortlichen für das Recruiting-Event beworben. Nach der Zusage für den Job blieben ihm noch zirka zweieinhalb Monate Zeit, um das ganze zu stemmen.
Die Firmenkontaktmesse parallel zum Symposium wurde auf Wunsch der Sponsoren veranstaltet. Trotzdem gestaltete es sich natürlich nicht leicht, Unternehmen davon zu überzeugen, sich an der Messe zu beteiligen.
„Einen Monat lang habe ich mir die Finger wund telefoniert, bis es genug teilnehmende Unternehmen für die Messe gab.“
Dafür konnten die Unternehmensvertreter dann mit vorausgewählten Bewerbern sprechen; zirka 150 wurden aus dem Kreis der Bewerber schließlich eingeladen.
Parallel zum Recruiting-Event lief die ganze Zeit das Campus-Symposium. Simon Engels, dem 21-jährigen stellvertretenden Pressesprecher, sieht man die Anstrengungen der letzten Tage an. Im Gespräch dagegen ist er hellwach: „ Das Problem war, dass wir das Pressezentrum erst in der Nacht vor dem Symposium fertig machen konnten, da hier vorher der Rubicon-Businessplan-Wettbewerb stattfand. Also konnten wir erst nach 22 Uhr in den Raum und mussten die ganze Nacht durcharbeiten; Rechner aufbauen und vernetzen, Tische umstellen, Stühle verteilen.“
Die
Planungen für das Event begannen im November 2006. Das Basisteam
bestand aus zunächst fünf Mitgliedern für die
Arbeitsbereiche Projektleitung, Sponsoring, Kommunikation,
Referentenbetreuung, Gästemanagement, Fuhrservice und
Sicherheit. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Helfer dazu, bis es
zum Schluss aus 15 Mitgliedern bestand.
Seit Juli mit Beginn der
Semesterferien traf sich das Team ab 9 Uhr, im August ab 8 Uhr und
sechs Wochen vorher bereits um 7 Uhr, Ende offen.
Warum tut man sich das an? Welche Motivation steckt dahinter? Simon Engels, der im 3. Semester Business Journalism studiert und beim Symposium als stellvertretender Pressesprecher arbeitet, gefällt die Veranwortung. „Außerdem ist es von großer Faszination, so etwas mitzugestalten.“ Nun, auch die Möglichkeit, Kontakte zu namhaften Unternehmen zu knüpfen, reizt: „Wenn einem jemand aus einem Top-Unternehmen ein Praktikum anbietet, dann sind das Chancen, die ich sonst nicht so schnell erhalten würde.“
Auch Marcel Walde, der nach dem Bachelor in Business Psychology nun den Master-Studiengang Corporate Management an der BiTS belegt, reizte die Verantwortung. Für den 23-jährigen war es außerdem eine besondere Erfahrung, die Stärke des Teams zu erleben. „Wenn es bei einem mal nicht so rund lief, konnten wir uns gegenseitig wieder aufbauen“, erzählt Walde, der parallel zur Event-Vorbereitung an seiner Bachelor-Thesis schrieb. „So würde ich das sicher nicht mehr machen, aber die Unterstützung von meiner Professorin rettete mich über so manche Hürde.“
Der Geist von Iserlohn
Auch wenn das Event von Studierenden organisiert wird, lässt sich so ein Aufwand nicht ohne Unterstützung der Hochschule bewältigen. Diese Unterstützung ließ sich an den zwei Tagen überall feststellen: BiTS-Präsident Dietrich Walther entlockte dem ehemaligen Chef-Diplomaten Kofi Annan im Gespräch interessante Gedankengänge, Career-Service-Leiterin Stefanie Hacke zeigte beim Recruiting-Event Präsenz und auch die weiteren Professoren und Mitarbeiter der BiTS ließen sich vom “Geist von Iserlohn” anstecken.
Am Ende wurden es dann zwei erfolgreiche Tage Campus-Symposium mit Recruiting-Event. Für die 220 freiwilligen Helfer und 15 Mitglieder vom Organisationsteam ging die Arbeit noch ein bisschen weiter: 700 Stühle mussten wieder ins benachbarte Theater gebracht werden. 4000 Quadratmeter Teppich müssen aufgerollt, Rechner abgebaut, Kabel und Stecker entfernt werden und vieles mehr. Und dann stand erst einmal nur eines auf dem Programm, zumindest einen Abend lang: „Heute wird gefeiert!“
Hier können Sie sich übers Campus Symposium informieren...
Was tun! Das Campus-Symposium an der BiTS Iserlohn