Was hat sich getan?
- Bereits bei Ihrem ersten Start in Hockenheim erreichten die Siegener den 44. Platz und wurden damit bestes Newcomer-Team in Hockenheim beim FSG-Event 2009.
- Mittlerweile steht der s3-10 kurz vor dem Roll-Out: Am 20.5.2010 ist es soweit!
Zum Teamporträt:
Nachdem das Siegener Team sich erst im Laufe des Jahres 2008 gegründet hatte, laufen die Vorbereitungen für die Formula Student mittlerweile auf vollen Touren. So konnten genügend Mitstreiter und Mitstreiterinnen fürs Team gewonnen werden, die sich aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen zusammen setzen. Auf diese Interdisziplinarität sind die Siegener stolz, wie Patrick Lebek, der als BWLer für wirtschaftlichen Bereich verantwortlich zeichnet, betont: “Zwei Drittel des Teams studieren technische Fächer. Dazu kommen Wirtschaftsingenieure, BWLer, Wirtschaftsrechtler, Medienwirte und –informatiker.”
Auch die Suche nach Sponsoren lässt sich gut an: Mit SMS Demag und der Kirchhoff-Gruppe konnten zwei Hauptunterstützer gewonnen werden, die den Speeding Scientists mit tatkräftiger Hilfe zur Seite stehen. So konnte die Fertigung der einzelnen Rohre des Gitterrohrrahmens in der letzten Woche abgeschlossen werden, welche vorher mit Hilfe der Kirchhoff-Gruppe simuliert wurden. Die Rohre wurden in eine Rahmenlehre eingelegt und punktgeschweißt. Der Rahmen wird nun mit Hilfestellung der SMS Demag durchgeschweißt und anschließend spannungsarm geglüht.
Angetrieben wird der S3-09 von einem 599ccm Vierzylinder-Motor aus einer Yamaha R6, der wie bei der Formula Student üblich durch einen 20 mm Luftmengenbegrenzer gedrosselt wird. Durch Unterstützung von Yamaha Romero aus Betzdorf konnten die Studenten zahlreiche Tricks bei der Motorabstimmung lernen, die Diego Romero in über zwei Jahrzehnten Rennerfahrung gesammelt hat .
Letzten Endes geht es bei Projekten wie der Formula Student genau darum, dass sich Studenten und Studentinnen unter “echten” Bedingungen beweisen, ein Projekt selbst vorantreiben und lernen, intensiv mit den unterschiedlichsten Personen zusammenzuarbeiten.
“Es ist ein Kindheitstraum!”
Patrick Lebek, 23, studiert im 7. Semester BWL an der Universität Siegen und arbeitet bei den Speeding Scientists Siegen mit.
Herr Lebek, warum arbeiten Sie bei den „Speeding Scientists Siegen“ mit?
Neben meiner Begeisterung für Motorsport hängt es hauptsächlich mit den vielfältigen Herausfordeungen des Formula Student – Wettbewerbs zusammen. Man hat hier die Möglichkeit bereits während des Studiums wertvolle praktische Erfahrung zu sammeln. Und am Bau eines Rennwagen beteiligt zu sein ist sicherlich auch so etwas wie eine Art Kindheitstraum. Da geht es bestimmt einigen aus dem Team genauso.
Wie ist das Team aufgebaut?
Das Team setzt sich aus mittlerweile 35 Mitgliedern zusammen, die aus unterschiedlichen Fachbereichen kommen. Auf diese Interdisziplinarität sind wir sehr stolz. Zwei Drittel des Teams studieren technische Fächer wie Maschinenbau und Elektrotechnik. Dazu kommen Wirtschaftsingenieure, BWLer, Wirtschaftsrechtler, Medienwirte und -informatiker.
Das Team wurde in einen wirtschaftlichen und einen technischen Bereich aufgeteilt, denen jeweils einzelne Projektteams unterstellt sind. Zum wirtschaftlichen Bereich gehören zum Beispiel die Bereiche Business Management, Recht, IT, Controlling und Marketing. Zum technischen Bereich Suspension, Electronics, Powertrain und Chassis.
Wann sind Sie gestartet?
Nachdem es an der Uni Siegen immer mal wieder Überlegungen gab, bei der Formula Student teilzunehmen, übernahm unser jetziger Teamleiter Jörg Achenbach Anfang 2008 die Initiative und startete mit einer Flyeraktion, um Mitstreiter für das Projekt “Formula Student” zu finden. Am 15.05. gründeten wir mit 29 Studenten den Verein “Speeding Scientists Siegen eV.”. Wir suchen allerdings laufend Komilitonen, die Interesse haben bei uns mitzumachen, da einige Teammitglieder ihr Studium bald abschließen werden und dann nicht mehr aktiv im Verein mitmachen können.
Wie sieht der Zeitplan fürs kommende Jahr aus?
Wir haben mittlerweile den Motor einer Yamaha YZF- R6 auf dem Prüfstand und viele Eigenkonstruktionen sind im Endstadium. Der Motor wurde beispielsweise Mitte September durch einen Sponsor vermessen, so dass nun die entsprechenden Anbauteile gefertigt werden können und wir die Motorsteuerung auf dem Prüfstand, unseren Bedürfnissen entsprechend, optimieren können. Dann bieten wir interessierten Studierenden auch kleine Kurse zu dem Thema an. Am ersten Dezember 2008 wurde der erste große Meilenstein mit der Fertigstellung des gesamten CAD-Entwurfs unseres Rennwagens erreicht. Der Rollout ist für Mai geplant. Anschließend beginnt die Testphase die sich bis in den Sommer hinziehen wird. Parallel sind wir immer auf der Suche nach neuen Sponsoren und Unterstützern.
Wie werden Sie denn insgesamt unterstützt?
Wir bekommen viel Hilfe von verschiedenen Seiten. Professor Engel vom Fachbereich Maschinenbau unterstützt uns als Faculty Advisor und auch das Rektorat der Uni steht hinter dem Projekt. U nterstützung bekommen wir von Sponsoren aus der gesamten Region und darüber hinaus. So konnten wir zwei Haupsponsoren, die SMS Demag und die Kirchhoff-Gruppe für uns gewinnen .
Haupsächlich sind wir auf finanzielle Unterstützung, Materialsponsoring und Know-how-Austausch angewiesen. Auf die Sponsorengespräche bereiten wir uns immer sehr sorgfältig vor. Ein “Akqisitionsteam” besteht immer Teammitgliedern verschiedener Fachrichtungen, um auf alle Fragen vorbereitet zu sein. So lernen wir auch wieder viel über die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachleuten, was wirklich nicht so leicht ist wie viele denken.
Wie gelingt die Kommunikation in einem so großen Team?
Natürlich muss sich so eine große Gruppe erst einmal zusammenfinden. Die Projektteams treffen sich in der Regel wöchentlich, die jeweiligen Teamleiter 14-tägig. Damit sich alle besser kennenlernen – und das nicht nur bei der Arbeit – findet alle 14 Tage ein Stammtisch statt. Ende Oktober ist dann beispielsweise auch noch ein größeres Event geplant. Wir gehen gemeinsam Kartfahren um die besten Fahrer unter uns zu finden.
Wie groß schätzen Sie den Zeitaufwand fürs Studium ein?
Das ist natürlich je nach Projektphase verschieden. In der Regel muss man aber schon jeden Tag mit ein paar Stunden Arbeit rechnen. Manchmal läuft es auch auf die klassische 40-Stunden-Woche hinaus, das ganze neben dem Studium und bei vielen auch noch neben der Arbeit. Wir bemühen uns aber die Aufgaben so zu verteilen, dass das Studium möglichst wenig leidet.
Weitere Informationen finden Sie unter www.s3racing.de . Kontakt über info@s3racing.de .




