Schultoilettenbau in Ukunda, Kenia
Erstes Projekt der Regionalgruppe Aachen
An der Schule bestehen die sanitären Einrichtungen aus vier Latrinen mit Sickergruben. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Brunnen zur Versorgung der Schule mit Trinkwasser. Deswegen besteht die Gefahr der Kontamination des Trinkwassers durch versickernde Fäkalien. Ingenieure ohne Grenzen planen, die Latrinen durch acht normale und eine behindertengerechte Trenntoilette zu ersetzen. Bei Trenntoiletten werden die menschlichen Ausscheidungen, Festfäkalien und Urin, bereits beim Toilettengang getrennt und zur Hygienisierung gespeichert. Nach einer Lagerzeit können sie als Dünger verwendet werden. Da Trenntoiletten ohne Spülwasser betrieben werden, wird die Ressource Wasser geschont.
Im Frühjahr dieses Jahres waren bereits die beiden Aachener Ingenieure ohne Grenzen Verena Dannapfel und Stefan Miethig in Ukunda. Sie haben die Schule und die Menschen vor Ort kennen gelernt und Unterstützer für das Projekt gefunden. Außerdem haben sie Baumaterialien und einen Bauunternehmer ausgewählt. Die Reise brachte auch wichtige Erkenntnisse über das soziale und kulturelle Umfeld in Ukunda. Mit diesem Wissen kann jetzt die Planung für das Projekt fortgeführt werden. Der Bau der Trenntoiletten ist im Januar und Februar geplant. Bis dahin muss die Regionalgruppe Aachen noch viele Spenden sammeln, denn das gesamte Projekt wird nur aus Spenden finanziert.
Verena Dannapfel und Stefan Miethig werden die Trenntoiletten in Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmer, Eltern und Mitarbeitern der Schule errichten. So können die Menschen vor Ort in Zukunft selbstständig Trenntoiletten bauen. Aber auch die beiden Aachener Studenten haben in Kenia vom Wissensaustausch profitiert und viele neue Erfahrungen gesammelt.
E-Mail aus Ukundu
von Verena Dannapfel
Schönen guten Morgen und Jambo liebe Zukx-Leser!
Die erste Woche hier in Kenia ist bereits vorbei und damit auch die Hälfte unserer Erkundungszeit. Es ist bereits viel passiert.
Nach einem zehnstündigen Flug mit Zwischenstopp in Amsterdam landeten wir morgens um sieben in Nairobi, der Hauptstadt Kenias. Das Wetter ist dem in Deutschland im Spätfrühling nicht unähnlich, über 20 Grad und sonnig, was an der Lage in 1.650 m Höhe liegt. Zwei Tage voller Meetings mit Kunststofffabrikanten, der deutschen Botschaft und Partnern der GTZ und der ständige Traffic Jam halten uns auf Trab.
Wir übernachteten gemeinsam mit der Gründerin der Schule, Christina Missong, in einem einfachen landestypischen Hotel und fuhren in der Nacht vom zweiten auf den dritten Tag mit dem Nachtbus an die Küste nach Ukunda. Das dortige Klima erschlug uns zunächst: 33 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von über 70 Prozent, denn die Regenzeit war nah. Während unseres zehntägigen Aufenthalts wohnen wir bei Christina, doch zunächst bleibt keine Zeit zum Einrichten, denn es geht sofort zum Treffen mit dem „Table of Governors“, dessen Mitglieder gemeinsam die Schule führen. Die nächsten Tage sind auch schnell verplant. Wir pendeln zwischen unserer Unterkunft, der Schule, verschiedenen Baustellen und Baustoffmärkten, Meetings mit Bauleitern und Mitgliedern anderer ehrenamtlicher Organisationen hin und her. Erst nach Tagen schaffen wir es, an den Strand zu gehen, obwohl dieser nur wenige hundert Meter entfernt liegt.
Jetzt gerade laufen die Vorbereitungen für unseren Informationsabend auf Hochtouren. Dazu haben wir auch einen kenianischen Motivator eingeladen, der bereits sehr erfolgreich mit der GTZ zusammengearbeitet hat. Gleichzeitig vergleichen wir die eingegangenen Kostenvoranschläge und prüfen sie. Wir haben uns aufgrund anderer Kriterien wie Kooperation und Kommunikation bereits einige Gedanken zu potentiellen Partnern beim Bau gemacht.
Am kommenden Ostersonntag möchte Stefan einen kenianischen Gottesdienst besuchen. Ansonsten werden wir vor unserer erneuten Reise nach Nairobi noch einen Lageplan erstellen und Informationen zu lokalen Düngern einholen.
In Nairobi stehen weitere Firmenbesuche und außerdem ein Treffen mit der GTZ im Wasserministerium auf dem Programm, bevor es dann am nächsten Tag zurück in die Heimat geht. Der Koffer wird beladen sein mit Materialien und Kontakten, mit denen wir dann gemeinsam mit unserem ausgewählten Bauleiter die Feinplanung und eine detaillierte Kostenkalkulation durchführen können. Auch wenn das alles sehr stressig klingt, kommen wir doch gut voran, liegen super im Zeitplan und alles sieht nach einem erfolgsversprechendem Projekt aus.
Viele Grüße aus Ukunda,
Verena Dannapfel
Informationszeiten der Regionalgruppe Aachen: Donnerstags, 17:00 - 19:00 und jeden ersten Samstag im Monat, 14:00 - 17:00 Uhr
Im Humboldt Haus, Pontstraße 41, 52062 Aachen
Spendenkonto:
Ingenieure ohne Grenzen e.V.
Kontonummer: 1030 333 337
BLZ: 53350000 Sparkasse Marburg Biedenkopf
Verwendungszweck: KEN-IOG02
Ingenieure Ohne Grenzen