RaceTech Racing

Die Außenhaut des Wagens des Teams RaceTech Racing aus Freiberg besteht aus Magnesium. Damit verarbeiten die Studierenden einen ganz besonderen Stoff. Aber nicht nur durch das ungewöhnliche Material überzeugten die Freiberger in dieser Saison.

Von Ute Blindert.

Ein ganz besonderer Stoff: Magnesium

Auf den 9. Platz fuhr das Racetech Racing Team der Technischen UniversitätFreiberg aus Sachsen. Die Studierenden der Bergakademie, die besonders bekannt für ihre Fertigkeiten in den Materialwissenschaften ist, sind das einzige Formula-Student-Team, die die Außenhaut ihres Autos aus Magnesium fertigen. Während die anderen Wagen beispielsweiseaus Carbonfasern oder anderen Verbundstoffen hergestellt werden, erinnert der Racetech-Flitzer an die "Silberpfeile" von Mercedes aus den Dreissigern: "Die Haut glitzert unbeschreiblich schön in der Sonne!" betont Tina Sacher, die die Gesamtleitung des Projekts übernommen hat. Sie studiert im 8. Semester Technologiemanagement.

Insgesamt besteht das Team aus 45 Mitgliedern aus den Studiengängen Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Gießereitechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Betriebswirtschaftslehre und Werkstoffwissenschaften.

Die Magnesiumaußenhaut verkleidet den Stahlgitterrohrahmen des Boliden, insgesamt bringt es der Wagen so auf zirka 220 bis 225 kg. In dieser Saison hat das Team einen großen Schritt nach vorn gemacht und konnte bereits am 11. Mai den Roll-out feiern. Neben der Verarbeitung des sehr anspruchsvollen Werkstoffs Magnesium, ging das Team auch bei den Antriebswellen neue Wege und legte die Tripoden selbst aus. "Die Tripoden wurden Elektronenstrahl-geschweißt.Mit diesem Verfahren ist das Schweißen hochvergüteter Stähle möglich, ohne den Vergütungszustand des Grundmaterials zu zerstören ", erzählt Axel Eidam, der zusammen mit Martin Forke an den Antriebswellen gearbeitet hat.

>>Where there´s a team, there´s a way<<

Das Motto des Teams "Where there´s a team, there´s a way" beruht auf einer Erfahrung aus der letzten Saison 2009. Als es beim Vorgängermodell technische Probleme gab, schafften es die Freiberger gemeinsam, den Wagen innerhalb von vier Stunden wieder zum Laufen zu bringen. Eine Erfahrung, die zusammenschweißt.

 Neben 20 erfahrenen Teammitgliedern müssen zur neuen Saison zirka 25 neue integriert werden. Bereits im September beginnen die Studenten mit dem Konzeptentwurf, von Oktober bis Dezember folgt die Konstruktionsphase, von Januar bis Mai steht dann die Fertigung auf dem Plan. Wenn im Mai bereits das Roll-out stattfindet, bleibt noch sehr viel Zeit zum Testen.

 Von ihrer Hochschule werden die Freiberger Studenten engagiert unterstützt, da diese das Projekt auch als Prestigegewinn sieht. Werkstatt und Maschinen stehen zur Verfügung und auch Studienarbeiten können im Formula-Student-Projekt geschrieben werden.

Das Racetech Racing Team zeigt an allen vier Tagen beständig gute Leistungen und kommt so am Ende auf einen hervorragenden 9. Platz. Vor allem der 1. Platz bei der Business Plan Presentation freut Tina Sacher persönlich, wie sie im Video-Tagebuch des Teams zugibt: "Ich freue mich, dass es sich letzten Endes gelohnt hat. Ich glaube, jeder hier im Team musste sich den Vortrag mindestens fünf Mal anhören...!"

Insgesamt ist es für alle Teams etwas schwieriger geworden, seit der Umstellung auf Bachelor und Master genügend Mitglieder zu finden. Vor allem die kurze Dauer eines Bachelor-Studiengangs stellt die Teams vor neue Herausforderungen. Denn eigentlich ist eine Teilnahme am Formula-Student-Projekt erst ab dem zweiten Studienjahr sinnvoll, wenn man seine Zeit einzuteilen weiß und auch bereits die ein oder andere Prüfung geschafft hat. Am Ende des zweiten Jahres ist aber bereits wieder das Ende abzusehen. Einige Studierende sehen es allerdings ganz pragmatisch: "Selbst wenn ich durch mein Engagement ein Semester länger brauche, lerne ich hier so viel über Zusammenarbeit im Team, Projektmanagement und auch über mich selbst; das kann ich in keiner Vorlesung oder Übung lernen", so einer der Teamleiter. Auch die Kontakte zu Unternehmen, die sich vielfältig bei der Formula-Student engagieren, sind nicht zu unterschätzen.

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