Hochbetrieb in den Boxen
In allen Boxen wird fleißig geschraubt und geschweißt. Während dem Team der University of Michigan aus der Ann Arbor die Routine anzumerken ist, - die US-Amerikaner werden schließlich zweite nach der TU Delft aus den Niederlanden, liegt bei anderen Teams die Leistung allein schon in der Teilnahme. So sind zum Beispiel auch bei den Teams der University of Alexandria aus Ägypten aus der Technischen UniversitätIsfahan (Iran) dabei. Hier allein schon die verschiedenen Bau und Motorteile durch den Zoll zu bekommen, stellt eine Herausforderung dar. Das iranische Team, zu dem auch eine Studentin gehört, wird immerhin zweitbester Newcomer weltweit, hinter den Starcraft-Team der TU Ilmenau.
"Wir sind über unsere Grenzen gegangen!"
Robin Renz sieht man die Anstrengungen der letzten Wochen noch an. Der 21 -jährige BWL-Student ist Leiter Management und Sponsoring von Fast Forest, dem Formula-Student-Team der Hochschule Deggendorf aus Niederbayern: "Als wir zu Beginn der Saison überlegten, ob wir bei beiden Wettbewerben der Formula-Student Germany mitmachen sollten, war uns nicht bewusst, wie hart es zum Schluss werden würde."
Lange hatte das Team, das aus einem harten Kern von 25 bis 30 Studierenden besteht, diskutiert. "Wir wollten auf jeden Fall bei der FS Electric mitmachen, konnten uns aber auch nicht vom Konzept unserer "Jenny", unserem letzten Auto, trennen." Also entstanden in Modulbauweise zwei Rennwagen, die sich bis auf den Antriebsstrang sehr ähnlich sind. Das Team aus Maschinenbauern, Elektrotechnikern, Mechatronikern, Umwelttechnikern, BWLern und Studierenden des Fachs Internationales Management schaffte es schließlich, beide Wagen bis zum Wettbewerb fertig zu bekommen.
Eine unglaubliche Leistung, wenn man in Betracht zieht, dass Fast Forest in der letzten Woche auch noch auf die hochschuleigene Werkstatt verzichten musste. Die Hochschule erweitert ihre Räumlichkeiten und so musste der Auszug sein: "Die Hochschule hat sich wirklich engagiert, damit wir nicht vor Hockenheim raus müssen, aber am Ende ging es nicht anders", berichtet Robin Renz. "Unser Projekt wird aber von der Hochschule als sehr wertvoll angesehen und daher ist die Unterstützung immer gut", betont er.
Aber wenn was schief geht, geht´s manchmal so richtig schief: Die letzten Schrauben werden gerade im Scheinwerferlicht angezogen, da passiert freitags das Unglück: der Motor fällt aus. In großer Eile wird nach einem neuen Motor gesucht, am Ende kauft das Team einen Motor in Hannover, der dann erst noch 630 Kilometer weit nach Deggendorf transportiert werden muss. Trotzdem steht der Motor am Montag auf dem Prüfstand und schließlich können beide Flitzer starten.
Das Team mit den Lichtern
Am Ende schafft es der Verbrenner auf den 27. Platz und das Elektromobil auf den 6. Mit einem gemeinsamen Team ist es den Deggendorfern gelungen, zwei Automobile zu bauen, die sich durch eine Besonderheit auszeichnen: "Wir sind das Team mit den Lichtern!" Robin Renz erklärt, warum: "Wir haben unseren Wagen immer auf einem Segelflugzeugplatz getestet, den wir natürlich erst dann benutzen durften, wenn der Flugverkehr in der Dämmerung eingestellt wurde. Zuerst arbeiteten wir mit Scheinwerfern, dann haben wir Baustrahler an den Autos angebracht. Und jetzt bleiben wir einfach dabei, auch wenn das etwas mehr Gewicht bringt." Am Ende liegen beide Autos bei 260 kg für den Verbrennungsmotor und 270 kg für den Elektro-Antrieb.
Fast Forest e.V.