Hochschul-Glossar
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Hochschul-Glossar

Was bedeuten Bachelor und Master im einzelnen? Was müssen Studierende dabei beachten? Hier finden Sie eine erste Übersicht über die Fachbegriffe.

Von Ute Blindert.


Was ist ein Bachelor?

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Bild: zettberlin I photocase.com
Künftig kann man bereits mit einem Bachelor, der in sechs (manchmal auch in acht) Semestern abgeschlossen wird, in den Beruf einsteigen. Deshalb sollen neben den Fachkenntnissen auch Methoden- und Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Damit sind fachübergreifende Qualifikationen, Strategien und Methoden gemeint, die bei der Lösung von Problemen oder beim Erwerben neuer Fähigkeiten wichtig sind, zum Beispiel Recherchetechniken, Projektmanagement etc.

Verschiedene Abschlüsse je nach studierter Fachrichtung:

  • Bachelor of Arts (B.A.)
  • Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Bachelor of Engineering (B.Eng.)
  • Bachelor of Laws (LL.B.)
  • Bakkalaureus der Wissenschaften

Was ist ein Master?

Nach dem Bachelor kann noch ein Masterstudiengang angeschlossen werden. Der dauert zwei Jahre und dient vor allem dazu, die vorhandenen Kenntnisse zu vertiefen. Damit lässt sich auch eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen. Ein Master ist die Voraussetzung für eine Promotion.

Man kann auch direkt nach dem Bachelor in den Beruf einsteigen und erst später ein Masterstudium anschliessen. Den Zugang zu einem Masterstudiengang können Hochschulen durch besondere Anforderungen beschränken: Notendurchschnitt, Vorerfahrungen.

Bezeichnungen der Abschlüsse:

  • Master of Arts (M.A.)
  • Master of Science (M.Sc.)
  • Master of Engineering (M.Eng.)
  • Master of Laws (LL.M.)

Was sind konsekutive Masterstudiengänge?

„Konsekutive“ Studiengägne bauen aufeinander auf. So kann ein Masterstudiengang einen vorherigen Bachelorstudiengang fortführen oder auch fachübergreifend erweitern. Diese Studiengänge nennt man auch „gestufte Studiengänge“.


Welche Masterstudiengänge gibt es noch?

Es gibt Masterstudiengänge, die auf vorherigen Bachelors aufbauen, und andere, die der Weiterbildung dienen. Besonders bekannt ist hierbei der Master of Business Administration (MBA), den man zum Beispiel auch nach einem technischen Abschluss als Zusatz studieren kann.


Was bedeutet Modularisierung?

Module setzen sich aus verschiedenen Veranstaltungen wie Vorlesungen und Seminaren zusammen und sind inhaltlich und thematisch abgeschlossene Studieneinheiten. Neben Fachkenntnissen geht es hierbei auch um Methodenkenntnis und Schlüsselkompetenzen. Da die Module studienbegleitend geprüft werden, besteht die Möglichkeit, bereits während des Studiums Prüfungsleistungen zu sammeln.

Was sind ECTS-Punkte?

Für die einzelnen Module werden Leistungspunkte nach dem European Credit Transfer System (ECTS) vergeben. Mit diesen Kreditpunkten (auch: Credit Points, Leistungs- oder Studienpunkte) wird der Arbeitsaufwand der Studierenden bescheinigt.

Für ein Jahr rechnet man mit einem Arbeitsaufwand von 1.800 Stunden, also Präsenzzeiten, Vor- und Nachbereitung. Pro Studienjahr werden insgesamt 60 Leistungspunkte vergeben. Studienpunkte gibt es für abgeschlossene Module, bewertet werden Klausuren, Seminararbeiten, Referate und mündliche Prüfungen. Noten gibt es zusätzlich, das mit den Punkten lediglich der Arbeitsaufwand beschrieben wird.


Was ist die Akkreditierung?

Mit eine Akkreditierung erwerben die Studiengänge eine Art Gütesiegel. Dafür prüfen im Auftrag einer Akkreditierungsagentur externe Gutachter die Studiengänge darauf, ob sie sich wirklich in der vorgegebenen Zeit absolvieren lassen, ob die Module an den Qualifikationszielen ausgerichtet sind und es Berufsfelder für die Absolventen gibt.

Dabei werden die Vorgaben für die Akkreditierung von der Kultusministerkonferenz für alle Bundesländer festgelegt. Die Studiengänge müssen regelmäßig reakkreditiert werden, da eine Akkreditierung immer befristet ist.

Info: Im März 2006 waren erst 30 Prozent aller BA-/MA-Studiengänge bundesweit akkreditiert.


Warum ersetzen diese Studiengänge die traditionellen Diplom- und Magisterabschlüsse?

Haben Sie schon einmal vom Bologna-Prozess gehört? Damit ist einer der wichtigsten Prozesse für die deutsche (europäische) Hochschullandschaft gemeint: Bis zum Jahr 2010 sollen alle Hochschulsysteme Europas aneinander angeglichen werden. Ob ein Abschluss in Nordschweden oder Südspanien erlangt wird, sollen beide vergleichbar in Qualität und Struktur sein. Um auch mit internationalen Standards mithalten zu können, werden als Abschlüsse Bachelor und Master eingeführt.

Zur gleichen Zeit soll ein Studium nicht mehr allein wissenschaftlich ausgerichtet sein, sondern viel mehr an die Anforderungen der Arbeitswelt angepasst werden. Erst wer einen Masterstudiengang mit Erfolg abschließt, kann sich für eine wissenschaftliche Laufbahn entscheiden. Sind die Studiengänge europaweit gleich strukturiert, kann auch woanders weiter studiert werden. BaFöG wird auch im Ausland weitergezahlt.


Und was wird aus den bestehenden Diplom-, Magister- und Staatsexamen-Studiengängen?

Wer noch in den „alten“ Studiengängen eingeschrieben ist, genießt den so genannten Vertrauensschutz und beruhigt zu Ende studieren. Allerdings nicht endlos: Er muss in der Regelstudienzeit bleiben plus zwei bis vier weiterer Semester.


Kann ich die neuen Abschlüsse an Universitäten wie Fachhochschulen erwerben?

Mit Bachelor und Master lösen sich auch die Unterschiede zwischen Universitäten und Fachhochschulen auf. Die Abschlüsse sind gleichwertig.



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