Eine
der Hoffnungen, die sich mit den neuen Studiengängen verbinden,
ist die bessere “Arbeitsmarktfähigkeit” (“Employability”)
der Absolventen. Die soll vor allem dadurch geleistet werden, dass im
Studium über fachliche Kenntnisse hinaus Fähigkeiten wie
Lern- und Organisationsfähigkeit und Projektmanagement
vermittelt werden sollen.
Inwieweit
sie das vermögen, wird immer wieder hinterfragt. Für den
Abschluss als Bachelor stehen schließlich nur sechs bis acht
Semester zur Verfügung. Ob da neben der Vermittlung von
Fachkenntnissen noch Zeit bleibt für die so genannten “Soft
skills”, bleibt zumindest bei machen Studiengängen fraglich.
Was
Arbeitgebern wie Studieninteressenten oftmals Schwierigkeiten
bereitet, ist die sehr unterschiedliche Qualität der
Studiengänge und die vielfach noch fehlende Akkreditierung durch
den Akkreditierungsrat. Bislang sind erst an die 40 Prozent durch
eine Akkreditierungsagenturen anerkannt worden.
Also gingen ein paar der Arbeitgeber hin und sorgten selbst für
Abhilfe: Der von Unternehmen wie Roland Berger, UBS,
Unilever, BMW Group und Audi mit initiierte dapm (Deutscher
Arbeitskreis für Personalmarketing e. V.) hat zusammen mit dem
CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) ein erstes Rating zur
Förderung der Beschäftigungsbefähigung an den
Hochschulen vorgenommen.
Dazu wurden 100 Bachelor-Studiengänge
in BWL, angefangen von der Fachhochschule Aalen bis zur privaten
Universität Witten-Herdecke, untersucht. Aus den
Einzelbewertungen für Methodenkompetenz, Sozialkompetenz,
Praxisbezug und Internationalität wurde dann ein Gesamtrating
erstellt. Die Vermittlung von Fachkompetenz wurde nicht untersucht.
Immerhin
zwölf Hochschulen scheinen aus Sicht der Arbeitgeber ihre
Hausaufgaben in Sachen “Employability” gemacht zu haben, dazu
gehören u. a. die FH Aalen, die FHW Berlin mit zwei
Studiengängen, die FH Deggendorf und die FH Wiesbaden. Auch die
FH Stralsund schnitt mit den “Baltic Management Studies” sehr gut
ab.
Hier finden Sie eine Liste der empfehlenswerten Studiengänge .
Während große Unternehmen den neuen Abschlüssen - neben aller Kritik - generell offen gegenüberstehen, fühlen sich kleinere Unternehmen damit oft überfordert. Sie möchten aufgrund der neuen Abschlüsse keine Änderung bei ihrer Personalarbeit vornehmen. Zu dem Schluss kommt eine Diplomarbeit, die in Zusammenarbeit mit dem Personalvermittler “alma mater” erstellt wurde.
Große, international agierende Unternehmen kennen Bachelor und Master oftmals von Einsteigern aus dem angelsächsischen Raum und haben somit nicht so große Berührungsängste. Viele sehen den Bachelor als gute Basis – mehr aber nicht. Wer auf der Suche nach bestens ausgebildeten Hochschulabsolventen ist, wird vor allem auf fertige Master zurückgreifen oder selbst dafür sorgen, dass qualifizierte Bachelor einen Master an eine kurze Phase der Berufstätigkeit anschließen.
