Bachelorabsolventen - Von Unternehmen akzeptiert

Knapp 11 Prozent der Unternehmen haben bereits Bacheloringenieure eingestellt. Unter den großen Unternehmen ab 250 Mitarbeitern setzt bereits ein Drittel Ingenieure mit Bachelorabschluss ein. Das zeigt die neue Studie „Akzeptanz und Karrierechancen von Ingenieuren mit Bachelor- oder Masterabschluss“, deren Ergebnisse der VDI und das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) jetzt vorab veröffentlichten.

Von Ute Blindert.

„Der Bachelor ist kein Abschluss zweiter Klasse“, kommentiert VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs die Ergebnisse. Insgesamt befragten VDI und IW Köln 1.753 Ingenieure beschäftigende Unternehmen. „Vor dem Hintergrund, dass es gerade mal knapp 30.000 Bachelor- und Masterabschlüsse gibt, sind die Zahlen erfreulich“, führt Fuchs fort. Im Zeitraum von 2000 bis 2008 entfielen erst 3,5 Prozent der insgesamt rund 340.000 bestandenen Ingenieurprüfungen auf Bachelor.

Positive Akzeptanz

Auch Dr. Hans-Peter Klös, Geschäftsführer des IW Köln, beurteilt die Akzeptanz positiv: „Ein Bachelor hat heute die gleichen Chancen wie ein Ingenieur mit Diplom oder Master.“ Neun von zehn befragten Unternehmen geben in der Studie an, dass für die Karriereentwicklung die Bewährung im Unternehmen entscheidend sei und nicht der Abschluss. Die Hälfte der Unternehmen räumt Bachelor- und Masterabsolventen die gleichen Chancen ein, eine Führungsposition zu erreichen. „Das Einstiegsgehalt für Bachelorabsolventen ist in der Tendenz zwar häufig etwas niedriger, aber nach drei bis fünf Berufsjahren nähern sich die Gehälter an“, ergänzt Klös. Bei 80 Prozent der befragten Unternehmen erreichen Bachelorabsolventen dann das gleiche Gehalt wie Ingenieure mit Diplom.

Keine Nachteile bei Einsatzfeldern

Auch bei den Einsatzfeldern sind keine Nachteile für Bachelorabsolventen zu erkennen: Sie finden sich in allen Bereichen wieder. In marktnahen Bereichen, wie zum Beispiel im Vertrieb, werden sogar bevorzugt Bachelor eingesetzt. Lediglich in der Forschung sind die meisten Unternehmen noch etwas reserviert gegenüber den neuen Abschlüssen. Jeder Dritte sieht aber selbst in diesem Bereich Einsatzchancen für die Bachelor. 22 Prozent halten in der Forschung weder Ingenieure mit Bachelor noch Master für einsetzbar. In diesen Fällen wird oft eine Promotion vorausgesetzt.

Verbesserungen sind notwendig

Die aktuelle Kritik der Studenten gegenüber dem Bachelorstudium nimmt der VDI ernst. „Die Einführung der neuen Abschlüsse war und ist sinnvoll“, sagt Fuchs, „aber in der Umsetzung sind handwerkliche Fehler gemacht worden.“ Nachbesserungen durch die Kultusministerien der Länder seien notwendig. „Aber auch die Hochschulen sind gefordert“, ergänzt der VDI-Direktor. „Die Lehre an den Hochschulen muss verbessert werden, um die Abbrecherquote in den Ingenieurwissenschaften zu reduzieren.“ Ebenso müsse die extreme Verdichtung der Inhalte überprüft werden.



Bachelor und Master

Seit ein paar Jahren werden nun auch in Deutschland nach und nach ingenieurwissenschaftliche Studiengänge nur noch als Bachelor und Master-Kombinationen angeboten. Bis auf wenige Ausnahmen bleibt hier den Studenten das Diplom als weltweit anerkannter und geschätzter Studienabschluss besonders in technischen Bereichen verwehrt.

[weiter]

Berufe von A - Z

Berufe von A - Z

In dieser Serie stellen wir Berufe von A wie Anwendungstechniker bis V wie Vertriebsingenieur vor, zeigen Einstiegsmöglichkeiten auf, mögliche Karrierewege und Verdienstchancen.

Länderspecial

Länderspecial

Informieren Sie sich über Studium und Praktikum im Ausland mit Erfahrungsberichten, nützlichen Tipps und wertvollen Hintergrundinformationen. Über Brasilien, China, Indien, Russland und die USA.