Staatlich anerkannt: Prüfingenieure
Da die Prüfunternehmen im Auftrag des Staats, also staatsentlastend, arbeiten, werden die Prüfingenieure und Sachverständigen in spe vom Ministerium geprüft und erhalten so die Auszeichnungen „AAP – amtlich anerkannter Prüfer mit Teilbefugnissen“ oder „AAS – amtlich anerkannter Sachverständiger“ oder „PI – Prüfingenieur“.
Die Ausbildung zum Prüfingenieur steht Absolventen von Fachhochschulen wie Technischen Hochschulen oder Universitäten gleichermaßen offen. Die Prüfung zum Sachverständigen (aaS) können zunächst nur Absolventen mit einem Abschluss einer TH oder Universität ablegen. Daneben gibt es aber Ausnahmen und auch jedes Bundesland kann Teilaspekte unterschiedlich regeln, so dass Sie sich auf jeden Fall beraten lassen sollten.
Die Prüfung selbst besteht aus drei Teilen: einem schriftlichen, praktischen und mündlichen Teil. Bestandteile der schriftlichen und mündlichen Prüfung sind Themen wie Technik und Verwaltungsrecht, praktisch müssen Prüfingenieure in allen Fahrzeugklassen vom Auto bis zum Motorrad oder schweren LKW oder Bus sicher und gewandt fahren.
Umfangreiche Prüfungen
Nach bestandener Prüfung darf ein Prüfer Haupt- und Abgasuntersuchungen an Fahrzeugen mit Typgenehmigung vornehmen. Anders sieht das bei Fahrzeugen aus, die verändert wurden: „Wenn Sie Ihr Auto umbauen, zum Beispiel ungewöhnliche Reifen anbringen, müssen Sie das in einer Einzelbegutachtung durch einen Sachverständigen prüfen lassen“, erläutert Gerd Mylius, Leiter der Technischen Prüfstelle NRW beim TÜV Rheinland.
Dabei erfordert der Job neben sehr guten technischen Kenntnissen auch Fähigkeiten im Umgang mit Menschen: „Sie haben es ja als Prüfingenieur neben dem Fahrzeug auch immer mit dem Halter zu tun. Wenn Sie die Plakette vergeben können, ist alles leicht. Wenn nicht, müssen Sie sehr gut erklären können und viel Durchsetzungsvermögen mitbringen“, so Mylius. Daher hält er auch eine praktische Ausbildung, zum Beispiel zum Mechatroniker, und ein Studium für eine gute Voraussetzung.
Die Arbeit eines Prüfingenieurs oder Sachverständigen hält Mylius für sehr reizvoll: „Sie haben mit Fahrzeugen zu tun und müssen immer auf der Höhe der Zeit sein. Daher bilden wir unsere Mitarbeiter ständig weiter.“
Jeder Prüfer übernimmt eine hohe Verantwortung, da er mit seinem Siegel für die Fahrtüchtigkeit eines Fahrzeugs bürgt. Auch wenn er natürlich immer auf dem Laufenden bei den neuesten Entwicklungen sein muss, freuen sich gestandene Prüfer wie Sven Eikmeier vom TÜV Rheinland besonders über die „Oldies“: „Als ich neulich einen 300er SL aus dem Jahr 1954 mit Flügeltüren prüfen musste, dem ich den Zustand „Besser als neu!“ testieren konnte, war das schon ein besonderer Tag!“
Prüfingenieur