Also wurde das Mähdrescher-Werk von Claas in Krasnodar in der Nähe des Schwarzen Meeres gebaut. 2005 wurde es eröffnet und fertigte 2008 bereits 300 Mähdrescher. 2009 sollen es sogar 800 Stück werden. Der promovierte Maschinenbau-Ingenieur Bendisch ist froh über die Standortwahl in Südrussland: “Wobei man bedenken muss, dass Krasnodar immerhin eine Stadt mit 850.000 Einwohnern ist – und damit alles andere als provinziell.” Krasnodar verfügt über ein reichhaltiges kulturelles Angebot und ist Standort der größten landwirtschaftlichen Universität Russlands.
Im Werk arbeiten nur in
wenigen zentralen Stellen Deutsche, die von den russischen Mitarbeitern in der
Regel mit einem Vertrauensvorschuss begrüßt werden: “Die Deutschen haben einen
guten Ruf und werden offen und freundlich empfangen.” Im Gegenzug hält es Ralf
Bendisch, der in der Ukraine studierte und promovierte und daher fließend
russisch spricht, für wichtig, dass sich auch seine deutschen Mitarbeiter um
Zugang bemühten.
Bereit sein, russisch zu lernen
Dazu gehört zumindest die Bereitschaft, russisch zu lernen, und sich auf die russische Mentalität einzulassen. Sich einzulassen bedeutet allerdings nicht, nicht die eigenen Vorstellungen und Werte in die Arbeit einfließen zu lassen, ist der 51-Jährige überzeugt: “Als wir unser Werk gebaut haben, wurde zum Beispiel unser Bauunternehmer immer wieder sehr genau von uns kontrolliert. Dieses Hinterfragen wurde hinterher so von ihm geschätzt, dass er uns gegenüber betonte, dass er sehr viel gelernt habe.” Letzten Endes sei aber eine ausgewogene Mischung aus Kontrolle und Vertrauen einfach auch ein Zeichen einer guten Führungstätigkeit.
"Moskau ist nicht Russland!"