Die nächste Supermacht Asiens
Nach nahezu einem
Jahrhundert kolonialer Herrschaft durch Großbritannien trat 1950 die indische
Verfassung in Kraft – mit seinen rund 1,1 Milliarden Einwohnern ist das Land
damit größte Demokratie der Welt.
Und Indien befindet sich auf dem besten Weg, seinen Platz als
nächste Supermacht Asiens zu sichern.
Hauptmerkmale für das enorme wirtschaftliche Wachstum sind neben einem seit 2002 stetig steigenden Bruttoinlandsprodukt von durchschnittlichen 8 Prozent rasant ansteigende Nettolöhne, florierende Exportgeschäfte mit Rekordgewinnen für die Unternehmen, enorme Währungsreserven sowie das Entstehen von Vororten mit millionenschweren Einwohnerzahlen
Hochwertige Industriegüter
Während China mit Billigexporten aufwartet, erobert Indien mit innovativen und hochwertigen Industriegütern die Weltmärkte – und ist unlängst weltweit zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten in allen wissensintensiven und hochtechnologischen Fertigungsbereichen geworden. Eine wachsende und zusehends konsumfreudigere Mittelschicht im Land rückt Indien zudem in den Interessensbereich als Absatzmarkt für internationale Unternehmen.
Von der Staats- zur Privatwirtschaft
Noch bis 1991 zeichnete die wirtschaftliche Lage Indiens ein
ganz anderes Bild. Um der sich zusehends verschlechternden ökonomischen Lage
entgegenzuwirken, brachte die indische Regierung Anfang der 90er-Jahre radikale
Reformen auf den Weg und nahm zusehends Abstand von der unter der Regierung
Indira Gandhis radikalen Verstaatlichung großer Teile der Finanz- und
Außenwirtschaft sowie des Handels.
Buchtipps
Volker Zotz
: Die neue Wirtschaftsmacht am Ganges: Strategien für langfristigen Erfolg in
Indien
Redline Wirtschaftsverlag, 2006, ISBN 9783636013736, Preis: 24,90 Euro
Karl Pilny:
Tanz der Riesen. Indien und China prägen die Welt
Campus Verlag, 2006, ISBN 978359338098, Preis: 24,90 Euro
Oliver Müller
: Wirtschaftsmacht Indien. Chance und Herausforderung für uns
Hanser Verlag, ISBN 9783446406759, Preis: 19,90 Euro
Weiterhin Netz staatlicher Kontrolle
Dennoch: Bis heute sind große Teile der
indischen Wirtschaft immer noch in staatlicher Hand beziehungsweise unterliegen
strengen Auflagen, die sie in ihren unternehmerischem Handeln einschränken.
Auch ausländische Unternehmen bleiben von diesem fein gesponnenen Netz
staatlicher Kontrolle nicht verschont.
Zu den derzeit prosperierenden Branchen Indiens zählen die
Bereiche Dienstleistung, Elektrotechnik, Elektronik, Computersoftware,
Bauwirtschaft, Immobilien, Telekommunikation, Transportwesen,
Brennstoffe/Strom, Pharmazie, Chemie, Düngemittel und die
Nahrungsmittelverarbeitung.
Während in Bangalore die IT-Branche, Maschinenbau und
die Automobil- und Luftfahrtindustrie zu den Spezialgebieten zählen, gilt Neu
Delhi als Zentrum für
Leichtindustrie
, Druckerzeugnisse und
Textilien
.
Gleichzeitig ist die Stadt Sitz wichtiger Konzerne der indischen
Elektrotechnik- und Solarindustie.
In Mumbai befindet sich nicht nur das Zentrum der indischen Filmindustrie, hier werden auch Maschinen, Metallprodukte, Chemikalien, Düngemittel und Baumwolltextilien hergestellt und Erdölprodukte verarbeitet. Große Bedeutung haben aber auch die Informationstechnologie sowie der Schiffsbau. In Pune sind vor allem Leichtindustrie, Softwareentwicklung und Maschinenbau beheimatet.
Länderspecial Indien