Kleiner Business-Knigge China
Bild: dtv-Verlag

Kleiner Business-Knigge China

Damit Sie bei Ihrem Besuch in China die größten Fettnäpfchen vermeiden können, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Regeln der (Business-)Etikette zusammengestellt.

Von Ute Blindert.

Pünktlichkeit: In China erwartet man Pünktlichkeit. Egal ob Geschäftstermin oder gesellschaftlicher Anlass: Länger als fünf Minuten sollten Sie hier niemanden warten lassen. Sind Sie Gastgeber für ein Essen im Restaurant, sollten Sie einige Zeit vor den Gästen vor Ort sein.

Verhaltensregeln beim Meeting: In China ist die Rangfolge der Teinehmer erkennbar. Das heißt: Die höchstrangige Person betritt immer als Erster den Raum, um sich dann an den wichtigsten Vertreter der anderen Gruppe bzw. den Gastgeber zu wenden. Alle Anwesenden begrüßen sich schließlich entsprechend ihrem Status. Dabei schüttelt man mit leichter Verbeugung sanft die Hände.

Smalltalk: Stellen Sie keine zu direkten oder gar persönlichen Fragen, die bei Ihrem Gegenüber einen Gesichtsverlust zur Folge haben könnten. Themen wie Familienpolitik, Menschenrechte, Chinas Rolle in Südostasien sowie Sex oder auch Geld sollte man also nicht ansprechen. Auch wenn Sie anderer Meinung sind als Ihr Gesprächspartner: Belassen Sie es bei einem einfachen Ausspruch wie beispielsweise „Das hört sich interessant an“.

Namen und Visitenkarten: Die im Chinesischen korrekte Aussprache von Namen stellt für Europäer eine immense Herausforderung dar, da im Chinesischen die Bedeutung des Wortes je nach Betonung variiert.
Anders als bei uns steht auf chinesischen Visitenkarten der in lateinischer Schrift ausgedrückte Nachname in aller Regel an erster Stelle.
Adressangaben sind unseren entsprechend.

Verhandlungsführung: Als starker Verhandlungspartner gilt in China, wer Konsequenz und Härte beweist, ohne dabei einen Gesichtsverlust bei seinem Gegenüber zu bewirken. Ein Nicken meint noch kein „Ja“. Und auch ein Lächeln darf lediglich als nonverbales Signal, das man Ihnen zuhört, gewertet werden. Neben dem Begrüßungshandschlag sind Berührungen tabu. Gleiches gilt für ein übertriebenes Gestik- oder Mimikspiel. Und: Zeigen Sie sich entgegenkommend. Nur wenn die Beziehung zum Gegenüber harmonisch ist, werden Sie die Möglichkeit erhalten, ins Geschäft zu kommen. Und egal wie Ihre Verhandlungen verlaufen sind: Zeigen Sie Ihre Emotionen nicht offen!

Tischetiquette: Üben Sie sich im Essen mit Stäbchen. Lehnen Sie keine der Ihnen gereichten Speisen einfach ab, ohne nicht wenigstens gekostet zu haben! Essstäbchen legen Sie immer neben den Teller, wobei die Griffseite auf dem Tisch aufliegt und die Mundseite auf einem der Schälchen oder dem Knochenteller. Und: Schnäuzen Sie niemals bei Tisch Ihre Nase!
Ist das Essen beendet, wird Sie der Gastgeber nach draußen begleiten und dort stehen bleiben, bis Sie aus seinem Sichtfeld verschwunden sind.


Die Tipps für den Alltag in China sind dem hervorragenden Buch Der China-Knigge . Eine Gebrauchsanweisung für das Reich der Mitte von Yu-Chien Kuan und Petra Häring-Kuan entnommen. Der China-Knigge liest sich leicht, ohne oberflächlich zu sein. Stattdessen behandelt es auch Hintergründe zur Geschichte, Politik und Kultur, ohne die sich viele Regeln und Umgangsformen eh nicht verstehen lassen.
Der China-Knigge. Eine Gebrauchsanweisung für das Reich der Mitte . Yu-Chien Kuan, Petra Häring-Kuan. Fischer Taschenbuch Verlag 2008. ISBN: 3596166848 Preis: 7,95 €

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