Herr Drechsler, können Sie uns etwas zu Ihren Arbeitsinhalten als CEO von GEA Farm Technologies erzählen?
Als Direktor bin ich natürlich für sehr viele unterschiedliche Aufgaben zuständig. Zu einem Fünftel habe ich mit interner Organisation, Finanzen, Steuern etc. zu tun. Sehr viel Raum nimmt die Pflege unserer Großkunden mit zirka 30 bis 40 Prozent ein. Dazu kommen die Pflege von Kontakten, der Austausch von Informationen und weitere Kommunikation.
Was halten Sie für eine besondere Herausforderung bei Ihrer Arbeit in Russland?
Russland ist vor allem ganz anders, wenn es um Themen wie die Bürokratie, z.B. bei Visa oder Arbeitsgenehmigungen geht. Das ist immer sehr schwer und arbeitsaufwendig. Spannend wird es natürlich auch, wenn ich unsere Kunden in den Regionen besuche. Insgesamt verbringe ich vielleicht 20 Prozent meiner Zeit in Moskau, in der restlichen Zeit reise ich viel: in die russische Provinz, nach Aserbaidschan, Tschetschenien und bis in die asiatischen Regionen Russlands.
Momentan ist natürlich auch die wirtschaftliche Stimmung gedrückt, damit gestaltet sich die Arbeit etwas schwieriger. Aber ich sehe das auch als Chance und arbeite an Themen wie der internen Organisation, unserer Strategie und dem Ausbau lokaler Produktionsstätten.
Was gefällt Ihnen besonders gut?
Ich liebe dieses Land und die Menschen. Die Menschen sind nur auf den ersten Blick verschlossen, bei näherem Kennenlernen sehr warmherzig und gastfreundlich. Freundschaften sind sehr wichtig für Russen. Außerdem sind sie sehr risikofreudig, nicht so eingefahren. Und hier bieten sich tolle Wachstumschancen und zahlreiche interessante Möglichkeiten.
Was sich erst allmählich ändert, ist der Unwillen, Verantwortung zu übernehmen. Am liebsten möchte man sich bis zur kleinsten Schraube alles vom Direktor genehmigen lassen. Hier bei GEA ist das zum Glück anders. Wenn man Eigeninitiative fördert, entwickelt sich das mit der Zeit.
Was halten Sie für besonders wichtig, für einen Studierenden oder Arbeitnehmer, der nach Russland gehen möchte?
Ich halte die Sprache für das wichtigste, ohne Russisch-Kenntnisse kommen Sie in der Regel nicht weit. Außerdem ist es ganz wichtig, dass Sie flexibel und offen an alles herangehen. Erwarten Sie nicht zu viel, dann werden Sie überrascht werden!
Björne Drechsler , 33, lebte bereits während seiner Kindheit elf Jahre in Moskau und spricht daher fließend Russisch. Während seines BWL-Studiums in Berlin befasste er sich mit Finanzierung und Investionen in Russland und China. In seiner Freizeit spielt er Golf. Seine Stelle als CEO von GEA Farm Technologies zieht auch zahlreiche private Einladungen von russischen Geschäftsfreunden nach sich, die er gern wahrnimmt.
"Ich liebe dieses Land und die Menschen."