Zwölf Monate in Deutschland
"Nach meinem Studium bekam ich die Chance, nach Deutschland zu gehen. Insgesamt verbrachte ich zwölf Monate bei GEA-Unternehmen in Duisburg und Hannover. Zurück in Brasilien arbeitete ich dann zunächst wieder bei GEA do Brasil, bekam aber Mitte 2006 noch einmal die Möglichkeit, für sechs Monate nach Augsburg zu gehen.
Das Leben in Deutschland gefiel mir sehr gut, obwohl ich natürlich das warme Wetter und brasilianisches Essen wie Reis und Bohnen vermisst habe. Der Winter war ziemlich hart für mich, es wird so früh dunkel und dauernd ist es nass und kalt. Schnee fand ich allerdings super!
Vom Reisefieber gepackt
Von Deutschland aus lassen sich in wenigen Stunden verschiedene Länder erreichen; daher bin ich viel in Europa gereist. Außerdem erscheint mir das Leben in Deutschland leichter, mit einer guten Ausbildung kann man dort viel erreichen. Da ist die Konkurrenz in Brasilien wesentlich härter. Auch der Alltag in einer Stadt wie Sao Paulo ist oft anstrengend, wenn man nur einmal an den andauernden Verkehr denkt.
Die Mentalität der Deutschen unterscheidet sich sehr von der brasilianischen. In Deutschland folgt man den einmal gefassten Plänen, während wir in Brasilien sehr flexibel reagieren und auch einmal unsere Prioritäten ändern. Meinem Gefühl nach gibt es in Deutschland weniger Überraschungen.
Da ich an verschiedenen Standorten gearbeitet habe, konnte ich ganz unterschiedliche Regionen Deutschlands kennen lernen. So fand ich zum Beispiel die Menschen im Ruhrgebiet offener als die in Hannover und Augsburg. Insgesamt hatte ich aber den Eindruck, dass die Deutschen an andere Kulturen gewöhnt sind und es mir dadurch leicht gefallen ist, in Kontakt mit den Menschen zu kommen"
Damian Stefani Del Castillo, 29, interessiert sich neben seiner Arbeit für – natürlich- Fußball, Volleyball und Tennis. Er lebt in Sao Paulo.
"Den Schnee fand ich super!"