Der Lebenslauf

Lebenslauf und Anschreiben ergeben zusammen die Visitenkarte, mit der Sie sich bei einem Unternehmen vorstellen. Beide müssen sich sinnvoll ergänzen: Der Lebenslauf stellt Ihren Werdegang prägnant und auf einen Blick dar. Das Anschreiben setzt sinnvolle Highlights und unterstreicht Ihre Motivation.

Von Ute Blindert.

Aufbau des Lebenslaufs

Achten Sie beim Aufbau des Lebenslaufs darauf, dass er auf den ersten Blick erkennen lässt, warum Sie als Absolvent mit Ihren Qualifikationen und Fähigkeiten zur ausgeschriebenen Position passen. Daher sollten Sie Ihren Lebenslauf am besten folgendermaßen gestalten.

Überlegen Sie sich, ob Sie ein Deckblatt verwenden wollen, auf dem Ihr Foto, Ihre Adresse und persönlichen Daten Platz finden. Notwendig ist es nicht und den Lesefluss erleichtert es auch nicht unbedingt. Genausogut können Sie sich dazu entschließen, alles auf Ihrem Lebenslauf zu platzieren, so dass man sich neben den Angaben zu Ihren Stationen auch gleich ein Bild von der Person dahinter machen kann. Warum?

Nun, Sie müssen sich vorstellen, dass ein Personaler zahlreiche Bewerbungen bekommt. All diese muss er in kurzer Zeit erfassen und zügig Entscheidungen treffen. Wenn Sie also einen interessanten Lebenslauf vorzuweisen haben und auch direkt ein sympathisches Foto hinzufügen, setzen Sie einen kleinen Anker im Gedächtnis Ihres Gegenübers.   

Die Idee des Ankers im Lebenslauf sollten Sie wiederholt anwenden und daher immer Namen, Daten, Zahlen nennen, um mit konkreten Angaben im Gedächtnis zu bleiben.

Sie starten also Ihren Lebenslauf mit dem Foto auf der rechten Seite und Ihren Kontaktdaten und persönlichen Angaben dazu auf der linken Seite. Dabei können Sie Ihre Angaben einfach untereinander schreiben, ohne die überflüssigen Erklärungen wie Name, Vorname, Straße etc. dazu. Die Angaben zu Ihrem Geburtsdatum machen Sie einfach folgendermaßen: Geboren am 23.5.1981 in Heidenheim.

An diesem Punkt müssen Sie keine Angaben zu Ihrem Familienstand oder Ihrer Konfession machen. Auch Angaben zu Ihren Eltern und Geschwistern gehören nicht in Ihre Bewerbung.

Gliederung des Lebenslaufs

Überlegen Sie, wie sich Ihr Lebenslauf sinnvoll gliedern lässt. Grundsätzlich bietet sich eine Einteilung nach Ausbildungsweg, Praktischer Erfahrung, Nebentätigkeiten, Sonstigen Kenntnissen und Fähigkeiten und Hobbys an.

Je nachdem, ob Sie viele praktische Erfahrungen in Form von Praktika, Werkstudentenjobs oder auch in Form einer Ausbildung anzubieten haben, können Sie auch variieren und Ihre Berufserfahrungen an erster Stelle im Lebenslauf behandeln.

Denn oft genug ist Ihr Studium die formale Voraussetzung für eine Stelle, aber wesentlich entscheidender als Kriterien sind die Erfahrungen, die Sie bereits sammeln konnten. Daher können Sie bei den einzelnen Stationen, die Ihre Praxis vermitteln sollen, auch ausführlich darlegen, was Sie bei diesen einzelnen Stationen geleistet haben.

Führen Sie an dieser Stelle all die Punkte auf, die zur ausgeschriebenen Stelle passen. Wenn einer Ihrer Jobs, die Sie zur Studienfinanzierung angenommen haben, zum Profil passt gehört auch dieser dazu.

Ein Beispiel:

Nehmen wir einmal an, Sie bewerben sich auf eine Stelle als Ingenieursabsolvent im Technischen Vertrieb. Dabei müssen Sie neben dem technischen Background auch Vertriebs-Know-how mitbringen und das entsprechend in Ihrem Lebenslauf ausführen. Wenn Sie also im Laufe Ihres Studiums länger in einem Call-Center gearbeitet haben, wäre das zum Beispiel eine wichtige Station in Ihrem Lebenslauf, die Vertriebserfahrung und -kompetenz vermitteln würde. Auch Ihre Ehrenämter sollten Sie an diesem Punkt genauer unter die Lupe nehmen. Haben Sie vielleicht im Rahmen der Studentischen Unternehmensberatung an Ihrer Hochschule den Kontakt zu den Kunden gehalten und neue Kunden akquiriert? Dann wäre auch das eine Station, die zu Ihren berufsrelevanten Praxiserfahrungen gehören würde.

Bei jeder einzelnen Station machen Sie genaue Angaben zum Arbeitgeber (Name mit korrekter Firmierung, Ort, eventuell ein paar Angaben zur Branche und zur Größe) und der Art Ihrer Tätigkeit (Diplomand, Werkstudent, Praktikant).

Dann führen Sie über drei bis vier Zeilen relativ ausführlich aus, wie Ihre Aufgaben aussahen und was genau Sie dabei geleistet haben. Vertrauen Sie nicht darauf, dass man diese Angaben schon anhand der Zeugnisse nachlesen kann. Diese Arbeit wird man sich erst dann machen, wenn Ihre Bewerbung vorab überzeugt.

Zwei Beispiele:

Sie bewerben sich jeweils auf eine Stellenanzeige auf eine Stelle im Qualitätsmanagement und in der Produktion. Für beide Bereiche bringen Sie aus Ihrem Studium der Verfahrenstechnik entsprechendes Know-how mit. In Ihren Praktika hatten Sie den Schwerpunkt eher im Bereich Qualitätsmanagement, waren natürlich eng in der Produktion eingebunden. Indem Sie nun die Aufgaben in den Praktika beschreiben, streichen Sie im Lebenslauf für die Stelle in der Produktion diese Erfahrungen mehr heraus, umgekehrt bei der Bewerbung für die Stelle im Qualitätsmanagement.

Im Punkt “Ausbildungsweg” führen Sie Stationen wie Schule und Studium auf, eventuell findet hier Ihr Wehr- oder Ersatzdienst Platz. Beschreiben Sie hier auch genau, um welchen Studiengang es sich handelt, also “Studiengang Fahrzeugtechnik, Abschluss Diplom-Ingenieur (FH) oder Ingenieur (BA)”, so dass sich Ihre Qualifikation auch einordnen lässt.

Wenn Sie bereits an Ihrer Abschlussarbeit schreiben, nennen Sie hier auch das Thema und fügen Sie auch hinzu, wenn Sie die Arbeit in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen erstellen.

Alle Noten, die Sie als Abschlussnoten angeben können, sollten Sie auch angeben. Dazu gehören zum Beispiel Ihre Abiturnote oder auch die Note des Vordiploms. Sollte die schlechter ausfallen als Ihre Abiturnote, machen Sie sich nicht zu viele Gedanken. Auch Personalmitarbeiter können die Vordiplomsnoten gut beurteilen und wissen, dass diese oft nicht das Endergebnis Ihres Studiums bedeuten.

Weitere sinnvolle Punkte Ihres Lebenslaufs können mögliche Auslandsaufenthalte sein oder auch Nebentätigkeiten, die nichts mit Ihrem Studium zu tun hatten, aber durchaus verdeutlichen können, dass Sie sich Ihr Studium (mit-)finanziert haben. Diese Nebenjobs brauchen Sie allerdings nicht ausführlicher beschreiben.

Unter dem Punkt “Sonstige Kenntnisse und Fähigkeiten” werden Angaben zu Ihren Sprach- und EDV-Kenntnissen gemacht. Wenn Sie formale Nachweise Ihrer Sprachkenntnisse haben, zum Beispiel in Form eines TOEFL-Tests, geben Sie das an. Ansonsten müssen Sie eine Selbsteinschätzung vornehmen. Die Einteilung der Kenntnisse reicht dabei von Schulkenntnisse, gute Kenntnisse in Wort und Schrift, sehr gute Kenntnisse in Wort und Schrift und Verhandlungssicher, wobei letzteres kurz vor den Fähigkeiten eines Muttersprachlers steht. Bei Ihrer Einschätzung sollten Sie auch recht genau vorgehen, denn Sie können davon ausgehen, dass, wenn in der Stellenanzeige “sehr gute Kenntnisse” verlangt werden, ein Teil des Vorstellungsgesprächs auf Englisch stattfinden wird.

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Das Anschreiben

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Share 17. März 2010 — Ute Blindert.