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Das Anschreiben

Das Anschreiben ist das am schwersten zu formulierende Dokument einer Bewerbung. Deshalb flüchten sich viele Absolventen in Phrasen und verfallen in blumige Formulierungen. Dabei interessiert doch vor allem: Was können Sie und was haben Sie gemacht?

Phrasen vermeiden

Mit dem Anschreiben müssen Sie als Bewerber das Interesse des Lesers, also des Personalverantwortlichen, wecken. Doch wie kann das gelingen, ohne auf Effekthascherei zu setzen und Phrasen zu dreschen à la „Meine Freunde beschreiben mich als kontaktfreudigen und kommunikativen Menschen…“?

Für Ihr Anschreiben beantworten Sie einfach folgende Fragen:

  • Warum passe ich zu diesem Unternehmen?
  • Warum passen gerade meine Fähigkeiten zu der angegebenen Stelle?
  • Was habe ich bis jetzt geleistet, das gut zum Unternehmen und zur Position passt?

Das Anschreiben sollte erkennen lassen, dass Sie sich auf genau diesen Job bei diesem Unternehmen beziehen und deutlich machen, warum genau Sie dafür bestens geeignet sind.


Hier haben wir Ihnen einmal zwei Anschreiben zusammengestellt:


Der Aufbau des Anschreibens

Bauen Sie Ihr Anschreiben folgendermaßen auf: Zunächst einmal geben Sie Ihre Daten, also Ihren Namen, Adresse und sinnvollerweise auch eine Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Wie Sie das gestalten, bleibt Ihnen überlassen, nur übersichtlich sollte es sein. Am besten, Sie gucken einmal in unsere Beispiel-Anschreiben.

Dann folgt die Anschrift des Unternehmens mit dem Ansprechpartner. Sollte kein Ansprechpartner in der Stellenanzeige genannt sein, rufen Sie kurz an und fragen nach. Vielleicht lassen Sie sich auch direkt mit dem zuständigen Mitarbeiter verbinden. Dann haben Sie direkt einen guten Texteinstieg.
Wenn man Ihnen partout niemanden nennen möchte, sollten Sie das akzeptieren.

Darunter fügen Sie das aktuelle Datum mit Angabe des Ortes ein.

Nach der Adresse des Unternehmens folgt der Betreff, in dem Sie genau angeben, auf welche Position Sie sich bewerben und wo Sie die Personalanzeige gefunden haben.

In der Briefanrede sprechen Sie Ihren Ansprechpartner wieder persönlich an. Wenn es gar nicht anders geht, verwenden Sie die Formel "Sehr geehrte Damen und Herren,..."

Der Einstieg in den Text

Natürlich können Sie an dieser Stelle noch einmal den Betreff aus der Anzeige wiederholen. In etwa: "..., in Ihrer Stellenanzeige vom 3. Mai 200x suchen Sie einen Systemadministrator...Hiermit möchte ich mich bei Ihnen vorstellen."
Das passt, wirkt aber nach der 20. Bewerbung nicht mehr neu. Außerdem haben Sie ja schon im Betreff formuliert, um welche Position es Ihnen geht. Also, warum steigen Sie nicht gleich mit Ihrer Vorstellung ein: "..., momentan schreibe ich meine Diplomarbeit zum Thema "..." im Fachbereich Informatik an der TU Dresden. Diese werde ich voraussichtlich bis zum x. Juni 200x abschließen."

Auf den ersten Blick kann der Leser des Anschreibens erfassen, dass Sie vom Studium her zu dieser Stelle passen könnten.

Dann legen Sie nach und führen weitere Punkte zu Ihren bisherigen Studienleistungen, Schwerpunkten und Besonderheiten auf. Das sollte zu Ihrem Anschreiben als Absolvent dazu gehören. Die weiteren Textbestandteile sollten Sie dann genauer auf das Unternehmen und die Stelle abstimmen. Dafür greifen Sie einfach die Punkte aus Ihrem Lebenslauf auf, die Sie für relevant erachten.

Zum Beispiel: Wenn es sich um eine Stelle handelt, in der es auch um Kundenkontakt gehen wird, sollten Sie im Anschreiben Aspekte betonen, die zeigen, dass Ihnen so etwas nicht fremd ist. Wenn Sie also während Ihres Studiums in einer Studenteninitiative mitgearbeitet haben und dafür Unternehmen für eine Kontaktmesse gewonnen haben, wäre das unbedingt zu erwähnen.

Auch Studentenjobs, die erkennen lassen, dass Sie mehr geleistet haben als "nur" Geld zu verdienen, gehören hier dazu. Ebenso wie Besonderheiten wie ein Auslandssemester oder interessante Praktika.

Also: Setzen Sie mit dem Anschreiben Highlights und richten Sie die richtigen Spots auf die interessanten Aspekte Ihres Lebenslaufs.

Am Rande: Berufstätige können hier auf einzelne Stationen auf Ihrem Berufsweg hinweisen. Dabei müssen Sie sich überhaupt nicht scheuen, auch mit Zahlen aufzuwarten. Zum Beispiel könnten Sie formulieren: „Als Projektleiter beim Bauvorhaben XY in Berlin gelang es mir, innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens zu bleiben und die Kosten von 4 Mio. Euro um 10 Prozent zu senken.“

Der erste Eindruck muss stimmen

Sie können noch so viel Sorgfalt in Ihren Text stecken, wenn das äußere Bild nicht stimmt, haben Sie es schwer. Sicherlich gibt es geniale Programmierer, bei denen es nicht so auf die äußere Form ankommt, aber einer Bewerbung sollte anzusehen sein, dass Sie es ernst meinen. Sie möchten ja auch keine Einladung zum Vorstellungsgespräch auf einem Bogen mit Kaffeeflecken bekommen.

Weniger ist mehr

Versuchen Sie nicht, möglichst viele Schriften aus Word zu verwenden, sondern bleiben Sie bei einer, am ehesten bei Times New Roman oder Arial, in Größe 10 bis 12. In der Schriftgröße sind Sie in diesem Rahmen durchaus variabel; manchmal muss man einen Text einfach etwas kleiner setzen, damit er noch auf eine Seite geht. Auch mit Hervorhebungen gehen Sie lieber etwas sparsamer um, verwenden Sie ein Stilmittel, also entweder Unterstreichungen oder Fett oder Kursiv.
Diese Stilmittel verwenden Sie bitte in Ihrer gesamten Bewerbung, also im Anschreiben wie im Lebenslauf.


Hier finden Sie die passenden Lebensläufe zu den Anschreiben weiter oben:

Der Ausklang des Anschreibens

Wenn in der Anzeige verlangt, sagen Sie etwas zu Ihren Gehaltsvorstellungen. Der Rahmen bei Berufseinsteigern ist normalerweise ziemlich eng und lässt sich gut im Internet recherchieren, zumindest für Konzerne und große Mittelständler. Natürlich variieren die Gehälter je nach Branche, Größe des Unternehmens und Standort, aber das Einstiegsgehalt sollte sowieso nicht als wichtigste Größe beim ersten Job angesehen werden.

Sagen Sie noch etwas zu Ihrem frühest möglichen Einstiegstermin. Und dass Sie sich über eine Einladung zum Gespräch freuen.

Das Anschreiben wird übrigens gesondert der gesamten Bewerbungsmappe beigefügt und nicht etwa eingeheftet.

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Zuletzt bearbeitet 2007-05-18 17:46
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