10 Tipps fürs XING-Profil

Sehen Sie das Rezept fürs optimale XING-Profil als eine der Basiszutaten für Ihre Karriere, zumindest dann, wenn Sie in Deutschland mit Ihrem Berufsweg starten. Wer von Anfang an international unterwegs ist, sollte sich auch ein LinkedIn-Profil zulegen.

Von Ute Blindert.

Ein XING-Profil gilt als eine der Basiszutaten für Ihre Karriere. Zum Online-Netzwerken ist es vor allem in Deutschland ein sehr wichtiges Tool. Wer von Anfang an international unterwegs ist, sollte sich auch ein LinkedIn-Profil zulegen.

Für den Anfang sollten Sie erst einmal mit diesen Punkten starten:

1. Ein Premium-Account
2. Ein professionelles Foto
3. Vollständige und sinnvolle Adressangaben
4. Der Lebenslauf

1. Ein Premium-Account

Für den Start kann man bei XING auch gut mit einem kostenlosen Profil einsteigen. So lassen sich die Grundfunktionen schon einmal kennenlernen und die ersten Schritte gehen. Wer allerdings beruflich netzwerken möchte, sollte dies nicht ohne Premium-Account tun, denn dieser bietet einige Vorteile: Sie können sehen, wer Ihr Profil besucht hat. Sie können Nachrichten schicken, mittlerweile sogar mit Anhang und Sie können gezielt nach weiteren Kontakten suchen. Der Premium-Account kostet im Monat 5.90 Euro brutto, das ist nicht mehr als zwei Bier.

2. Ein professionelles Foto

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu einem Treffen des Alumni-Netzwerks Ihrer Hochschule – und alle tragen Masken. Sie können sich keinen visuellen Eindruck von Ihrem Gegenüber machen, dabei haben Sie hier wenigstens noch die Stimme. Im Internet fehlt sich ja auch das. Also nutzen Sie die Möglichkeit, die Sie haben und stellen Sie ein Bild zum Profil. Bei XING sind Sie gut geschützt, denn nur, wer auch Mitglied bei XING ist, kann ja dieses Profil sehen (was bei Facebook ja zunächst einmal anders ist). Wenn Sie trotzdem etwas zurückhaltender mit Ihrem Porträt sein möchten, spielen Sie damit: Das Foto lässt sich zum Beispiel nett verfremden (mit InstandPhotoScetch). Eine interessante Erfahrung habe ich gemacht, als ich zu Karneval ein Bild von mir als Cindy von Marzahn mit Blondhaarperücke eingestellt habe: Noch nie hatte ich so viele Besuche auf meinem Profil;-) Das sollten Sie aber nicht überstrapazieren. 

3. Vollständige und sinnvolle Adressangaben

Sie können bei XING sehr genau einstellen, was jemand von Ihrem Profil sehen darf beziehungsweise, was für alle Mitglieder sichtbar sein soll. Auch bei jedem einzelnen Kontakt lässt sich einstellen, welche Daten Sie mit diesem teilen möchten. Geschäftliche Daten sollten freigeschaltet werden, denn viele benutzen XING auch als Adressbuch, nur mit der Mobilnummer gehe ich sehr restriktiv um. Bei den Angaben zum Unternehmen können Sie auch spielen: Statt lediglich „Mitarbeiter“ oder „Geschäftsführerin“ zu schreiben, nutzen Sie den Platz für eine kurze Erläuterung, so wie bei mir „Expertin für innovatives Hochschulmarketing“. 

4. Der Lebenslauf

Im XING-Profil können Sie Ihren Ausbildungsweg und Ihre beruflichen Stationen ausführlich darstellen. Manche sind unsicher, ob es sicher oder überhaupt sinnvoll ist, hier ausführliche Angaben zu machen. Natürlich kann es Ihnen passieren, dass Sie von Personalvermittlern und Headhuntern angesprochen werden. Aber – ehrlich gesagt – was ist schlimm daran? Wenn diese sich unprofessionell benehmen, sperren Sie den Kontakt. Wenn es aber passende Angebote sind, ist doch klasse! Denn den Job wechselt man dann am besten, wenn man gar nicht sucht.
Um auch von den richtigen gefunden zu werden, sollten Sie mit Schlüsselbegriffen arbeiten und auch Wiederholungen sind hier kein Problem. Man kann eben schreiben „Maschinenbau-Ingenieur“, „Maschinenbauingenieur“, „Diplom-Maschinenbau-Ingenieur“ usw. und nach so verschiedenen Begriffen wird auch gesucht. Also machen Sie sich findbar. Wer auch im internationalen Umfeld arbeitet, sollte die Schlüsselbegriffe auch in weiteren Sprachen einfügen, mindestens auf englisch.

Das sind meiner Meinung nach die wichtigsten Zutaten zum Start mit einem XING-Profil. Jetzt kommt es darauf an, die Zutatenliste zu erweitern und sich mit weiteren Funktionen vertraut zu machen. Dazu gehören:

5. Ich biete, ich suche
6. Kontakte, Kontakte, Kontakte
7. Die Statusmeldung
8. Die „Über mich“-Seite

5. Ich biete, ich suche

Unter den beiden Punkten „Ich biete, ich suche“ lässt sich Ihr Profil und Ihre Motivation sehr gut darstellen. Diese sollten wieder sehr sorgfältig mit Schlüsselbegriffen gefüllt werden und keinesfalls das gleiche sagen. Im Beispiel finden Sie abgebildet, wie unter „Ich biete“ all die wichtigen Schlüsselbegriffe fürs Banking genannt werden und unter „Ich suche“ dezent ausgedrückt wird, dass die Person auch offen für Neues ist. Nicht ganz so optimal sind Begriffe wie „interkulturelle Kompetenz“ für die Suchbarkeit, aber zum Profil selbst passen sie sehr gut.

6. Kontakte, Kontakte, Kontakte

Ja, wo kommen denn jetzt meine Kontakte her? Ganz einfach: Sie haben ja schon ganz viele Kontakte über die Hochschule, Engagement mit anderen Studierenden, Freunde und und und. Und auch im Arbeitsleben hat sich schon der ein oder andere Kontakt ergeben, zum Beispiel während eines Praktikums oder einem Vortrag. Schauen Sie nach, ob jemand bei XING vertreten ist und stellen Sie eine Kontaktanfrage. Sicher lehnt auch mal jemand Ihre Anfrage ab, aber das hat – wenn Sie höflich und freundlich sind – weniger mit Ihnen als mit der grundsätzlichen Haltung zu tun: Manche bestätigen nur Anfragen von Menschen, die sie wirklich gut kennen. Andere sind einfach vergesslich oder schauen selten bei XING rein.
Und wenn Sie dann bereits den ein oder anderen Kontakt gesammelt haben, lohnt es sich, auch mal gezielt in den Kontakten Ihrer Kontakte zu recherchieren. Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie können auf jemanden, den Sie bereits kennen, bei einer Kontaktanfrage verweisen und so sind solche Anfragen auch willkommen.

7. Die Statusmeldung

Die Statusmeldung bei XING ist eine schöne Möglichkeit, um auf Neuigkeiten aufmerksam zu machen. Hier sollten Sie nicht dauernd eine neue Nachricht einstellen, aber wenn etwas Wichtiges passiert, freut das auch Ihre Kontakte, davon zu erfahren. Was könnte das sein? Natürlich ein Vortrag oder eine bestandene Prüfung. Änderungen, die Sie am Profil vornehmen, werden hier auch angezeigt. Diese Funktion können Sie natürlich auch abstellen. Für viele Kontakte ist es aber durchaus interessant zu erfahren, bei welchem Arbeitgeber Sie anfangen oder wohin Sie gewechselt haben. 

8. Die „Über mich“-Seite

Mittlerweile lässt sich der Abschnitt „Über mich“ mit Bildern, Grafiken und Dokumenten sehr ausführlich gestalten. Als Datenmenge sind bis zu 2 GB erlaubt, das lässt doch einigen Raum für Spielereien. Den man aber nicht unbedingt nutzen muss.
Für die meisten bietet es sich an dieser Stelle an, ein Kurzprofil zu erstellen und dies mit einfachen Elementen zu gestalten. Ein Kurzprofil beinhaltet nicht nur Ihren Werdegang in drei bis vier Sätzen, sondern vor allem Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse. Besonders wichtig sind ein paar Sätze zu Ihrer Motivation und zu Ihren Zielen.

Die Kür, wenn Sie sich schon ein bisschen besser auskennen und vor allem wissen, wie viel Zeit Sie investieren möchten und können:

9. Engagement
10. Moderation

9. Engagement

Engagement in Gruppen sollte etwas sein, was Sie aus Freude und Interesse machen. Schauen Sie sich die Gruppen genau an, an denen Sie sich beteiligen möchten. Passiert hier etwas, wie reden die Teilnehmer miteinander und wie offen ist der Austausch. Können Sie hier etwas lernen und können Sie auch Wissen weitergeben? Dann macht eine solche Gruppe Spaß und bringt Ihnen auch etwas.
Ich empfehle Gruppen vor allem dann, wenn Sie sich einen Namen machen möchten. Wer als Java-Entwickler von Unternehmen händeringend gesucht wird, wird sich in einem geschlossenen Java-Forum wahrscheinlich wohler fühlen. Aber vor allem Geisteswissenschaftler, die oft keine einfachen Profile haben, können hier sehr profitieren.

10. Moderation

Wenn Sie Spaß am Austausch in den Gruppen haben, können Sie sich auch überlegen, ob Sie sich als Moderator engagieren möchten. Die Sichtbarkeit ist so wesentlich höher und es macht viel Freude, eine Gruppe zum Leben zu erwecken. Allerdings sollte man hier mit einem wesentlich höheren Zeitaufwand kalkulieren und vielleicht erst einmal als Co-Moderator einsteigen.

Was nie vergessen werden darf: Wie überall im Internet und natürlich im richtigen Leben spielt die Etikette eine Rolle. Wahllos Leute zu Ihren Kontakten hinzuzufügen und mit Nachrichten anzuschreiben oder in Ihre Gruppe einzuladen, nervt die meisten und für Sie ist das eher kontraproduktiv.

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Share 25. April 2012 — Ute Blindert.