Let´s go
Ein Praktikum in den USA organisiert man am besten über ein Austauschprogramm. Hat man das passende Programm gefunden und kann teilnehmen, besorgt man sich selbst einen Praktikumsplatz. Mit diesem und der Bescheinigung der Austauschorganisation kann man das entsprechende Visum (J-1) beantragen.
Austauschorganisationen:
InWENT – Programm für Studierende und Beruftstätige
www.inwent.org
ZAV – Zentralstelle für Arbeitsvermittlung
www.arbeitsagentur.de
DAAD – www.daad.de
Eine Praktikumsstelle besorgt man sich entweder über Stellenbörsen im Internet oder über amerikanische Tochtergesellschaften deutscher bzw. Internationaler Unternehmen. Zur Bewerbung reicht ein Anschreiben und ein Lebenslauf. Auf das Mitschicken von Zeugnissen wird normalerweise verzichtet, dafür sollten Referenzen angegeben werden.
Tipp: Bewerben auf Englisch ab Seite X
Normalerweise machen es die Amerikaner einem neuen Kollegen leicht, sich zu integrieren, man ist sehr offen und interessiert an neuen Kontakten. Davon weiß auch Dirk Hejnal, CEO der GEA Farm Technologies, zu berichten: "Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden und konnte mich schnell integrieren." Normalerweise machen es die Amerikaner einem neuen Kollegen leicht, sich zu integrieren, man ist sehr offen und interessiert an neuen Kontakten. Davon weiß Dirk Hejnal, CEO der GEA Farm Technologies, zu berichten: "Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden und konnte mich schnell einleben." Auch Martin Krämer, der für ThyssenKrupp Steel USA, LLC am Projekt COMPASS in Alabama arbeitet, hält die Amerikaner für sehr offen und kontaktfreudig. "Allerdings bleibt es dann erst einmal sehr unverbindlich," findet der 28-jährige Wirtschaftsingenieur.
Martin Krämer absolvierte nach seinem Studium an der Leibniz-Universität Hannover und einem Praktikum in England seine Diplomarbeit und das Trainee-Programm bei der ThyssenKrupp Steel AG in Bochum. Eine Auslandsstation führt ihn auch zum neuen Werk nach Mobile in Alabama. Dort schätzte man seine Arbeit so sehr, dass man ihn bat, nach Ende des Trainee-Programms für weitere zwei Jahre wiederzukommen. Also macht sich Martin Krämer im Herbst 2008 wieder auf den Weg in den Süden der USA, der vom Lebensgefühl durchaus etwas mediterranes hätte: "Es ist sehr warm hier, der Strand liegt fast vor der Haustür und das ganze Leben wird etwas gelassener gesehen."
Beim Projekt COMPASS arbeitet er zusammen mit amerikanischen und deutschen Kollegen am Bau eines neuen Stahlwerks in den USA. Eine Zusammenarbeit, die beide Seiten
vor Herausforderungen stellt: "Die Amerikaner loben sehr schnell und üben Kritik nur indirekt, während wir Deutschen als sehr direkt empfunden werden." Daher sei es einfach wichtig, sich auf den anderen einzulassen und offen für Neues zu sein. Dann könne man auch die Vorteile viel eher sehen. So musste sich Martin Krämer am Anfang an die in den USA üblichen cubicles in den Großraumbüros gewöhnen. "Natürlich ist ein Einzelbüro ruhiger und man kann sich meistens besser auf die Arbeit konzentrieren," findet er, "aber die offenen cubicles ermöglichen schnelle fachübergreifende Kommunikationswege und einen direkten Kontakt zum Vorgesetzten."
Auch die Herangehensweise an neue Projekte sei durchaus unterschiedlich, beobachtete Martin Krämer. "Während in Deutschland eine Aufgabe erst von vielen Seiten durchdacht werde, "werden hier im Süden der USA Probleme auch nach dem Trial-and-Error-Prinzip angegangen."
Grundsätzlich wird in den USA weniger zwischen Familie und Arbeit getrennt, auch Kollegen lässt man am privaten Leben teilhaben. Martin Krämer, der ebenfalls längere Zeit in Frankreich, Tunesien und Großbritannien gelebt und damit bereits unterschiedliche Kulturen kennengelernt hat, hält es für wichtig, immer offen für Neues zu sein und erst einmal unvoreingenommen an die Gegebenheiten heranzugehen: "Es gibt schließlich immer gute und weniger gute Aspekte. Von daher muss man einfach lernen, loszulassen und sich anzupassen." Wem das gelinge, könne sehr wichtige Erfahrungen machen, schnell Verantwortung übernehmen und verfüge nach einiger Zeit meistens über mehr Selbstsicherheit und Gelassenheit.
[Das heben wir grafisch etwas hervor:]
Das gefällt Martin Krämer sehr gut:
Das Klima, die Offenheit der Menschen, die spannende Arbeit.
Das vermisst Martin Krämer am meisten:
Gutes Essen ("Leider wird hier vieles frittiert!"), guten Kaffee, und natürlich Freunde und Familie.
Auch wenn der Umgang miteinander durchaus locker erscheint, ist das Arbeitsleben sehr hierarchisch geprägt. Zahlreiche Vorschriften regeln den Umgang der Mitarbeiter untereinander und zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Ein Grund ist der wesentlich schlechtere Kündigungsschutz von Mitarbeitern, der ihnen wenig Sicherheit bietet. Ein weiterer Punkt sind die strengen Antidiskriminierungsauflagen, bei denen Unternehmen sehr schnell zu sehr hohen Geldstrafen verurteilt werden können. Scherze, die auch nur im entferntesten diskriminierend sein könnten, sind somit nicht erlaubt.
Tipps für Praktika und Arbeiten in den USA:
Krankenversicherung
Sozialversicherung
Arbeiten in den USA